16.05.07 bis 17.06.07 * extended bis 01.07.07
| « | ‹ | › |
SupraKartoffelKomplex (SKK)
![]() |
von Barbara Ueber und Mathieu Dagorn
Jede einzelne Kartoffel stellt ein strukturell abgrenzbares, eigenständiges und selbsterhaltendes System dar. Sie ist in der Lage, Nährstoffe aufzunehmen, in Energie umzuwandeln, verschiedene Funktionen zu übernehmen und vor allem sich zu reproduzieren. Die Kartoffel enthält alle Informationen, die für diese Prozesse notwendig sind. Kartoffeln haben somit grundlegende Fähigkeiten, die als Merkmale des Lebens bezeichnet werden:
- Vermehrung durch Kartoffelteilung
- Stoff- und Energiewechsel (Nahrungsaufnahme, Energieumsatz, Aufbau von Kartoffelstrukturen)
- Reaktion auf externe oder interne Reize (auf abiotische Faktoren wie Temperatur oder Nahrungsangebot, auf biotische Faktoren wie Fressfeinde, Parasitismus und viele andere)
- Möglichkeit der Bewegung.
Im Laufe der Evolution haben sich verschiedene Arten von Kartoffeln gebildet: zum einen die Frühkartoffeln, die einfach gebaut sind und keinen Kartoffelkern aufweisen, zum anderen die Spätkartoffeln, die komplex strukturiert sind und sich im Aufbau stark von den Frühkartoffeln unterscheiden. Frühkartoffeln und Spätkartoffeln können sowohl als Einkartoffler als auch als Mehrkartoffler auftreten. Bei den Mehrkartofflern bilden Kartoffeln sogenannte Zweckverbände. Zumeist teilen sie sich die Funktionen und sind oft einzeln nicht mehr lebensfähig.
Durch die Spezialisierung zu Vielkartofflern sind die oben beschriebenen Fähigkeiten eingeschränkt, sie gewinnen aber die besondere und ästhetische Macht im sogenannten SupraKartoffelKomplex (SKK).
Barbara Ueber / Mathieu Dagorn
