26 / 11 / 05 bis 13 / 01 / 06
DIE GANS - eine Familiengeschichte
Von Dimitris Tsoumplekas und Amanda Michalopoulou
“Die Gans” war ein Spiel, das Francesco di Medici erfunden hat. Das Brett stellt ein spiralförmiges Rennen dar, mit Sieger und Verliererfeldern.
Während der Ausstellung im Zagreus Projekt entsteht dieses alte Spiel an den Wänden neu, als Grundlage für
Texte, Zeichnungen und Drucke, ein Labyrinth von aufeinander bezogenen Geschichten. Das ursprüngliche Spiel ist
lediglich der Vorwand für ein neues Spiel, eine Familiengeschichte mit Geheimnissen, Mythen, Lügen und Rezepten.
Ausgehend von dem jungen Georg, der im 18. Jahrhundert in Rosenberg bei Nürnberg aufwuchs, bis zu seinem Ur,
Ur, Urgroßenkel, dem griechischen Künstler Dimitris Tsoumplekas, wird die übliche Geschichte von Idealisierung,
Unverständnis und Schuld der Vorfahren auf dem Spielfeld dargestellt.
Zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Amanda Michalopoulou folgt der Künstler den Spuren einer neu
erfundenen Vergangenheit und versucht der Familiengeschichte und der eigenen Bestimmung einen neuen und
weitergefassten Sinn zu geben.
So ist vielleicht das Familienrezept der Weihnachtsgans das einzig wahre Dokument, das einen wirklichen Bezug
herstellt zu einer Familie, die keine Archive und Fotos besitzt, sondern nur verschiedene Versionen eines Mythos.
Während der Ausstellung konnte man dieses alte Gänserezept innerhalb eines Menüs in 4 Gängen mit griechischen und deutschen Rezepten essen.
Dimitris Tsoumplekas (Geb. In Athen 1967) ist bildeder Künstler, der vorwiegend mit Fotografie arbeitet.Viele Einzel und Gruppenausstellungen in Athen, Berlin, Rom, New York. Zur Zeit Stipendiat im Künstlerdorf Schoeppingen
Amanda Michalopoulou (geb. In Athen 1966) ist Schriftstellerin und seit einiger Zeit beim Austauschprogramm des DAAD.
Neben anderer Arbeiten die in Deutsch übersetzt wurden, hat sie den Küchen- Roman “Der Oktopusgarten” publiziert
(Taschenbuch im List Verlag, 2001)