Der natürliche Aufenthaltsort der Künstlerin Lotta Weigl ist ein Ort
zwischen den Welten. In vielerlei Hinsicht tanzt sie in völliger
Selbstverständlichkeit über die Grenzen, die wir zu unserer eigenen
Versicherung durch die Welt gezogen haben. Lotta Weigl folgt mit ihrer
Arbeit den Spuren der Fliegen in die Welt zwischen Tod und Leben.
Fliegen sind die Boten der Unterwelt. Sie begleiten den Menschen über
ihr Leben hinaus, in ihrer Welt nährt (das) Tote(s) das Leben.
Der sich selbst bewusst werdende Mensch
aber ist ein Grenzgänger zwischen den Ober- und Unterwelten.
Lotta Weigls arbeiten reissen Löcher in die Wände der Verdrängung, und
machen sichtbar, dass hinter der Wand der Verdrängung nicht das Grauen
sondern (das) Leben liegt, mit dem es sich zu versöhnen gilt.
"Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Freunde. Du salbest
mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein."