Tom Fellner begann im Winter 1992/93 mit dem Malen von Skeletten und Schädeln als eine Form persönlicher Katharsis. Die grossformatigen Skelette in der jetzigen Ausstellung stammen alle aus dem Jahr 2008, sind mit Tusche auf getöntem Papier gezeichnet, mit Gouache und Wasserfarbe akzentuiert, und teilweise durch anatomische Tafeln und Buchillustrationen aus dem 16. bis 18. Jh. inspiriert. Hier stellt Fellner seine Skelette in äusserst skurrile, zuweilen fröhliche Umgebungen. Die
zugefügten Augen verstärken ihren Ausdruck. Für Fellner, wie für uns alle, geht von Skeletten und Schädeln eine nachhaltige Faszination aus. In der jüdisch-christlichen Tradition sind sie Symbole für die Auferstehung des Körpers und des letzten Gerichts. Generell dienen sie oft als Memento Mori. Das Skelett ist das Gerüst des Körpers und deshalb lebensnotwendig, doch überdauert es den Tod. Skelette und Schädel erinnern uns nachdrücklich an unsere unentrinnbare Sterblichkeit.
Die Inszenierung des Raumes im Zagreus Projekt wird gestaltet von der Bühnenbildnerin Britta Bremer. Der Raum wird mittels
Stoffbahnen in eine barock -voluminöse Form gebracht, die leicht und schwingend , als Hintergrund, das morbide Thema des
Totentanzes in ironischer und luftiger Weise konterkariert.
Innerhalb dieser Inszenierung servieren wir ein „Menü Macabre“ das ebenso Barocke Rezepte und Tafelinszenierungen in freier
und assoziativer Weise aufnimmt: Austern, Sepia, Hechte, Welse, Wachteln, Fasane, Enten, Früchte und süsse Architekturen
können unter anderem Bestandteile dieses kulinarisch-ironischen Memento Mori sein, für das unbedingt eine Reservierung erforderlich ist.