DISCODE

Installation von Veronika Witte

26 / 03 / 04 bis 21 / 05 / 04

Die Berliner Künstlerin Veronika Witte zeigt in den Räumen von Zagreus Projekt ihre neue Installation Discode. Sie verfolgt in ihren Installtionen die Verknüpfung von wissenschaftlichen Strategien und künstlerischen Handlungsweisen. Interviews und Fragebögen bilden immer wieder die Grundlage ihrer Installationen, in denen sie sich über das Thema des Portraits mit der Wirkung öffentlich zugänglicher Informationen der Gentechnologie auf die Wahrnehmung unseres eigenen Körpers auseinandersetzt.

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In den Räumen von Zagreus Projekt wird der Besucher selbst zur Reflektionsfläche einer dechiffrierten DNA- Basensequenz des menschlichen Genoms (u.a Geschmackrezeptor der Zunge für Bitter). In einer einfachen Lichtprojektion verbindet Veronika Witte die Dimensionen des Makrokosmos mit der Mikrostruktur unserer biologischen Kodierung. Eine scheinbar unendliche Folge von vier Buchstaben wandert über Wände, Gegenstände und Menschen und legt sich wie ein wanderndes flüchtiges immatrielles Netz über den Raum. Es begegnen sich das Individuelle und das Allgemeine, Alphabet und Sprache, Zufall und Definition.
Im vorderen Raum der Galerie wird in der Videoarbeit pas de deux mittels eines simulierten Doppelinterviews auf zwei Monitoren die Fiktion des Möglichen thematisiert: Zwei Personen erzählen zeitgleich über die Strategien und Folgen ihrer identischen genetischen Voraussetzung. Die zunächst hypothetische Setzung, frei mit dem eigenen Körper verfahren zu können, führt uns dabei jedoch direkt in geschützte Bereiche des Selbst. Diese Doppelinterviews sind ein spielerischer und ironischer Verweis auf die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Wissenschaft. Deren immer aufs Neue bewiesene Leistungsfähigkeit bildet die Folie, vor der wir uns erlauben können, erst einmal alles zu denken.

In Bezug zur möglichen Veränderung und Manipulierbarkeit der individuellen menschlichen Entwicklung und der fragilen Struktur der Codes für unseren Körper, wie es Veronika Witte in ihrer Arbeit thematisiert, wird den Besuchern ein Menue in vier Gängen zum Thema Duplikat und Kopie serviert. Unterschiedliche Nahrungsmittel und Gerichte werden auf ihre Materie und Erscheinungsform hin untersucht. Scheinbar identische Erscheinungen beinhalten unterschiedliche Geschmäcker, es wird gezeigt, dass die Nudel nur in der Vervielfältigung ihren Sinn erhält. Die Symmetrie der Doppelung ist das kulinarisches Prinzip des Menues und die Spiegelung des Essers im Essen ist die ultimative Selbstreflexion. Das hochwertige, frisch zubereitete Menue wird den Besuchern in der Installation serviert.

 

COOKIES, PROMIS UND WILDE TIERE / ARCHIV Berlin

Objekte, Installation, Aktion von Angela Dorrer

07 / 12 / 03 bis 06 / 02 / 04

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Teig wird im Mund geformt, und im gebackenen Zustand als Keks zum Essen angeboten. Zähne, Zunge und Lippen kommen zum Einsatz wie Hammer und Meißel des Bildhauers. Der Vorgang wird nicht visuell gelenkt, sondern rein sinnlich, mit Hilfe des Tast- und Geschmackssinnes und der Vorstellungskraft. Die fertiggebackenen Skulpturen werden Teil der Archiv-Installation.

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www.andorrer.de

 

AIN`T SHE SWEET ?

16 / 05 / 03 bis 11 / 07 / 03

Installation von Heather Allen

Seit 1997 hat sich die Arbeit von Heather Allen auf 15 cm große Selbstportraits aus Modelliermasse konzentriert. Sie haben die gleiche Frisur und tragen die gleichen Kleider. Die Figuren reflektieren verschiedene psychologische Zustände, stehen entweder allein, oder sind gruppendynamisch aufeinander bezogen.

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In der Installation Ain´t she sweet…? hat Heather Allen ihre Figuren aus Zuckerpaste und Marzipan gestaltet.
Zucker spielt im Leben von Heather Allen eine große Rolle, da sie hochgradig allergisch gegen konzentrierte Formen von Zucker und Hefe ist. Die Ausstellung stellt somit eine künstlerische Selbstbefragung in besonderem Maße dar.

Das Menue “food for heather” wird der Kunstfigur Heather Allen folgen, ihren Vorlieben und Erinnerungen und der für sie allgegenwärtigen kulinarischen Regel ihres Lebens: kein Zucker.

www.heatherallen.com

 

SCHWEIZER WOCHEN

Installation von Simone Zaugg

15 / 3 / 03 bis 10 / 05 / 03

Die Installation versucht Erinnerungen an eine Schweiz, ein Land, das Heimat bedeuten könnte, zu aktualisieren und in die Gegenwart zu holen. In diesem Akt seziert Simone Zaugg bestehende “Heimatbilder“, um sie anschliessend in einer Rauminstallation im Hier und Jetzt neu zusammenzuführen. Es vermischen und verdichten sich Gerüche, Stimmungen, Wettersituationen, Licht und Geräusche einer Schweiz, die fast nur noch im Kopf der Künstlerin stattfindet, zu einem Raum auf Zeit. Die Inselschweiz ist gleichzeitig auch Tisch, an dem Schweizer Gerichte serviert werden. Das Essen ist einerseits Teil der kulinarischen Erinnerungen der Künstlerin an ihre Heimat. Andererseits wird das abstrakte Bild der Schweiz über die Unmittelbarkeit des Essens zu einer konkreten Begegnung in der Gegenwart.

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Die Inselschweiz ist gleichzeitig auch Tisch, an dem Schweizer Gerichte serviert werden. Das Essen ist einerseits Teil der kulinarischen Erinnerungen der Künstlerin an ihre Heimat. Andererseits wird das abstrakte Bild der Schweiz über die Unmittelbarkeit des Essens zu einer konkreten Begegnung in der Gegenwart.

 

GETREIDEWEGE UND MILCHSTRASSEN

Kostproben & Installation von Christine Bernhard

15 / 11 / 02 bis 10 / 01 / 03

Veränderungen der Lebensformen des Jägers und Sammlers zu Ackerbau und Viehwirtschaft stellen den Beginn einer Entwicklung dar, die bis heute ein prägendes Modell für die Weltbevölkerung darstellt. Die Konsequenzen von nomadischem über semi-nomadischem zu sesshaftem Leben haben sich bis heute erhalten und in moderne Formen transferiert.

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Veränderung der Ernährung dieser beiden Pole von der Jungsteinzeit bis Heute werden in der Ausstellung durch verschiedene Exponate und durch kulinarische Kostproben gezeigt.

 

THE TASTE OF ART

13 / 09 / 02 bis 25 / 10 / 02

Menue & Installation von Stefan Lundgren

Der schwedische Künstler Stefan Lundgren hat ein persönliches Kochbuch in Form eines Comic mit speziell komponierten Rezepten produziert, die sich auf seine früheren Projekte und Ausstellungen in Europa beziehen. Es werden Möglichkeiten ausgelotet, künstlerische Ideen in Essen zu transformieren.

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Lundgren ist nicht nur ein erfahrener Koch, sondern auch ein erfahrener Gast und leidenschaftlicher Geniesser.
Während des sechswöchigen Zeitraumes wird das Zagreus Projekt in ein permanentes Restaurant verwandelt. Es wird ein 7-gängiges Menue serviert, das von Lundgren so geschrieben und komponiert wurde, dass der Gast über seine Arbeiten informiert wird.

 

EIWEISSDEPOT

26 / 4 / 02 bis 31 / 5 / 02

Installation von Josina von der Linden

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Die Berliner Künstlerin Josina von der Linden präsentiert ihre Installation EIWEISSDEPOT, die einen äusserst delikaten Zugang zum eigentlich so vertrauten Eiweiß bietet. Eine organische Struktur, die an Moleküle, Zellen oder Gewebe erinnert, erstreckt sich kreuz und quer durch die Galerie. Sie bezwingt den Raum, lässt sich von Zellstrukturen inspirieren und macht sie ästhetisch im Raum erfahrbar.

 

KNOCHENARBEIT

10 / 04 / 01 bis 25 / 05 / 01

Installation und Interpretationsstücke (Performances) von TAFEL7

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Die Arbeit von TAFEL7 dreht sich diesmal vollständig um die Wildsau:

DAS HAUSSCHWEIN verhält sich zur HAUSFRAU, wie das WILDSCHWEIN zur FRAU.
Das Video zeigt HAUT-abziehen und Knochenausbrechen.
Die Bilder HIRNREDUKTION reflektieren den Domestikationsprozeß, dem die Wildsau in den letzten 3000 Jahren ausgeliefert war.
Das WILDSCHWEINFELL unter rotem Türsturtz bildet die Schwelle, die vom Besucher betreten werden muss, um zum NETZWERK zu gelangen!
Das NETZWERK besteht aus den KNOCHEN des Wildschweins, die – schützend mit roter Wolle umhäkelt – zu einem Netz verknüpft und im Raum verspannt sind.

 

SCHNITTBILDER – reise durch die wirklichkeit

11 / 02 / 01 bis 06 / 04 / 01

Installation von Michael Najjar

novokrieg_smin seiner installation zerlegt Michael Najjar den medialen tv-eintopf in seine bestandteile und setzt die wirklichkeit in form von großformatigen „tafel-bildern“ neu zusammen. jede noch so unterschiedliche information wird in ihrer erscheinungs-form egalisiert. vier thementische, die die
titel „freiheit“, „zerstörung“, „begierde“ und „einsamkeit“ tragen,  bestimmen den raum.

den gästen wird an diesen tischen eine folge von acht kulinarischen schnitten durch die welt serviert. acht gerichte aus völlig unterschiedlichen ländern und kulturellen hintergründen. diese werden in miniaturform und in größtmöglichem kontrast an farbe, form und geschmack serviert. die konversation beim essen wird sich dem thematischen imperativ der „tafel-bilder“ nicht entziehen können.

 

AKKUMULATION

13 / 12 / 00 – 02 / 02 / 01

Installation von Michael Walter

Die Installation besteht aus einer Tapete, die sich komplett über drei Wände des Galerieraumes zieht und eine pornographische Akkumulation als Ornament darstellt. Träger des Ornaments ist die Masse aus unendlich vielen einzelnen, gesichtslosen Kopulationen. Sie sind sich Selbstzweck und das Individuum wird Partikular. Ein Liniensystem, das nichts Erotisches mehr meint, sondern allenfalls den Ort des Erotischen bezeichnet.

In der Mitte des Raumes befindet sich ein vergoldeter Tisch, an dem gegessen wird. Das Menue besteht aus kulinarischen Anhäufungen, oder Teppichen, verschiedenster Strukturen, Farben und Konsistenzen in einem Verband von Form und Geschmack .