FOOD-DESIGN-2016


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FOOD-DESIGN-2016

überarbeitete und angewandte Objekte von Kühne / Klein

08 / 04 / 16 bis 04 / 06 / 16

Hendrijke Kühne und Beat Klein sind Sammler, Detektive und Künstler. Eine Reihe amorpher Kreationen wird auf einem Wandregal vorgestellt. Das Bildmaterial für diese dreidimensionalen Collagen entstammt der Flut von Appetit anregender Lebensmittelwerbung der Supermärkte. Die Abbildungen von möglichst unverpackten Lebensmitteln wurden auf Karton aufgeklebt und ausgeschnitten. So entstanden einzelne Bausteine, die mittels eines Stecksystems zu einer räumlichen Struktur zusammengebaut wurden. Aus Lebensmittelabbildungen entstanden so dreidimensionale Gebilde, die an fleischfressende Pflanzen oder Modelle atomarer Strukturen erinnern. Die Objekte sind skurril, grotesk und witzig. Da balanciert ein „La Vache qui rit“ Käslein auf einem Hinterschinken, der sich auf einen schimmelnden Gorgonzola stützt, aus dem Maiskolben und Pfefferschoten wuchern. Dort bilden Kartoffeln und Selleriestangen das unstabil wirkende Fundament für eine Fruchttorte und eine ganze Kolonie von Pizzascheiben.

Die Kombinationen ignorieren die von den Lebensmittelabbildungen beabsichtigten Gelüste oder laufen ihnen zuwider, denn in diesen Modellen werden die einzelnen Bausteine nicht als Repräsentanten verschiedener Nahrungsmittel verwendet, sondern als Abbildungen in ihrer Eigenschaft als Farbe, Form und Bild eingesetzt. Das Bild einer Kartoffel ist nicht die Kartoffel.

Die 65 Modellversuche thematisieren das Verhältnis zwischen Gegenstand und seinem Abbild. Wie viel Kalorien hat eine Skulptur? Sind Lebensmittel schön? Kann man sich je satt sehen? Macht Kunst dick?

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Food Design, 2004, 65 Objekte
Foto: Kühne/Klein

 

Das Menü FOOD DESIGN essbare Strukturen in 3 Gängen geht von der Collagetechnik der Skulpturen aus, transformiert Nahrungsmittel in Mousse, Pasten, Fragmente oder Teilungen, verstärkt, oder vermindert Farben, setzt aber auch gewachsene Strukturen als Ornament ein. Ein Zweidimensionaler Teppich aus essbaren Elementen, deren Geschmack, oder besser deren Geschmackskombinationen ein kulinarisches Crossover an Kontrasten und Harmonien ergibt.

Gibt es einen geheimen geschmacklichen Zusammenhang hinter den Kombinationen von Essbarem, oder ist jeder Bissen ein Kontrast zum Vorigen, oder unvorhersehbare Überraschung?

Im Gegensatz zum Schlaraffenalbtraumland von Kühne / Klein (Kunst macht nicht dick) wird der Esser auf eine Entdeckungsreise für Auge, Nase und Zunge geschickt (die macht dick).

FOOD DESIGN
essbare Strukturen in 3 Gängen

Am Mittwoch, den 8. Juni 2016 um 20:00 Uhr
(letzter Abend dieser Ausstellung)

Salat und Sauce

Cime di Rapa pochiert mit Balsamico – Honig – Kürbiskernöl
Spargel mariniert mit Safran – Ei – Rapsöl
Kopfsalatherzen roh mit Spinat – Haselnuss – Petersilie
Chicoree gekocht mit Weisswein – Butter – Safran
Gurkenrolle mariniert mit Limone – Koriander – Joghurt
Lachsforelle gebeizt mit Senfkörner – Limone – Butter

Gefüllt

Rote Zwiebel mit Brot – Gewürz – Schokolade
Rote Paprika mit Süsskartoffel – Sahne – Pernod
Zucchini mit Rucola – Walnuss – Parmesan
Wildente mit Brot – Leber – Salbei – Ei
Zander mit Huhn – Garnele – Sahne

Fruchtsalat

Birne pochiert Vanille
Apfel gebacken brauner Zucker – Butter
Ananas gebraten brauner Zucker – Zitrone
Trauben mariniert Olivenöl – Meersalz
Papaya mariniert Limone – schwarzer Pfeffer
Orange mariniert Pernod – Safran
Zabaglione mit Ei – Weisswein – Holunder

 





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