WYSINWYG – What you see is not what you get


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Installation von Diana Dodson

02 / 10 / 04 – 31 / 12 / 04

Der mit einer Negation leicht veränderte und in Fachkreisen bekannte Begriff aus der Programmiersprache bildet die thematische Grundlage der Installation im ZAGREUS-Projekt.

«WYSIWYG – What You See Is What You Get» ist die Bezeichnung für eine Bildschirmwiedergabe, die identisch ist mit dem Ausdruck auf Papier, bezw. der Anzeige durch das Ausgabeprogramm. Der Begriff WYSIWYG entstand während der späten 70er Jahre am Xerox Palo Alto Research Center als der erste WYSIWYG Editor „Bravo“ auf dem Alto etwickelt wurde. Die Forscher benutzten mit WYSIWYG eine Abkürzung für ein damals populäres Schlagwort das von „Geraldine“, einer Figur aus der amerikanischen Komödie „The Filip Wilson Show“, ins Leben gerufen wurde („What you see is what you get, honey!“). Weiter wurde der Begriff anfang der 80er Jahre im Zusammenhang mit Desktop Publishing und Textverarbeitungsprogrammen verwendet. WYSIWIG unterstützt u.a. Programme, welche das Editieren von Webseiten auch ohne HTML-Kenntnisse ermöglichen.

Wie wirklich ist nun die Wirklichkeit in der Bilderflut des digitalen Zeitalters oder auf der genüsslich zum Mund geführten Gabel? Während der Ausstellung werden die Gäste zu Akteuren im Spiel mit der Wahrnehmung und der Sinn-bildung.

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Der Speiseraum ist die Inszenierung einer Filmbühne, auf welchem Soap Operas gedreht werden könnten. Die Stimmung erinnert an ein bürgerliches Interieur eines verarmten Adels. Neben realen Objekten wie Tisch, Stühle, Lampen und Teppich sind viele Komponenten der Installation imitiert, wie das Kaminfeuer aus bemaltem Plastik, die Backsteine aus Holz, der Parkett aus PVC, die Malerei an der Wand als Kunstdruck oder die in Holzstruktur bemalte Wandtäferung.

Als Teil der Installation werden die Gäste eingeladen, die zwei gebauten Bühnen aktiv zu nutzen. Die Filmkulissen werden zu Spielplätzen der Realität, wo sonst Fiktionen und Projektionsflächen einer subjektiven Realität entstehen.
Auch die servierten Speisen sind nicht, was sie zu sein scheinen. Ob ein mit Fisch gefüllter Spanferkel oder süsse Tortelloni als Dessert – Verlässliches über die optische Ungewissheit können nur die Geschmacksrezeptoren vermitteln.

Die Revolutionsbühne trägt den Glamour einer Show in B-Movie Qualität. Farbige Filmlampen beleuchten die Szene. Dem Gast wird freigestellt, in der Show «Revolution» auf der Bühne eine entsprechende Selbstdarstellung aufzuführen – die Gäste werden Zeugen und Mitstreiter dieser kurzen Proklamation.

Wie beim Fernsehen bewegt sich der Betrachter im Spannungsfeld von Realität, Inszenierung und Täuschung – nur ist in diesem Fall alles sinnlich Erfahrbare echt.

 





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