Ausstellung

DIE ANATOMIE DER MELANCHOLIE

Installation von Pierre Granoux
Zusätzlich mit Werken von Astrid Köppe und Aaron Rahe

29 / 09 / 18 bis 25 / 11 / 18

Eröffnung am Samstag, den 29. September ab 19:00 Uhr

Ausgangspunkt für die raumfassende Installation von Pierre Granoux zusätzlich mit Werken von Astrid Köppe und Aron Rahe und das entsprechende Menü ist der Kupferstich „Melencolia 1“ von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1514, eine Bestandsaufnahme der geistigen und intellektuellen Gedankenwelt des Künstlers in seiner Zeit. Im Zentrum sitzt eine geflügelte und sinnende Frau, umgeben von symbolischen Gegenständen aus Handwerk, Wissenschaften, Baukunst, Alchemie und Mystik.

Die Melancholie ist eines der vier Temperamente. Dem Melancholiker wird die schwarze Galle als Körpersaft und die Milz als Organ zugeordnet. Dies ergibt einen nachdenklichen, schwermütigen, oder depressiven Zustand. Dem Choleriker wird als Körpersaft die gelbe (grüne) Galle zugeordnet und ist erregt und reizbar. Dem Sanguiniker wird als Körpersaft das Blut zugeordnet und er ist heiter und aktiv. Dem Phlegmatiker wird als Körpersaft der Schleim zugeordnet und er ist passiv und schwerfällig.

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Kein Gemütszustand interessiert die westliche Kultur schon so lange wie die Melancholie. Traditionell als Ursache für seelisches Leiden und Wahnsinn verstanden, galt sie zugleich als typisch für Helden und Genies. Entsprechend sehen viele in Dürers Bild eine Darstellung
der Melencolia Artificialis, eine Art Künstlermelancholie, die nicht depressiv, sondern genial ist, aber vom Planeten Saturn beeinflusst zur Schwermut neigt. Melancholie ist demnach das Einzige der vier Temperamente, welches zur Kreativität befähigt. Nimmt die Schwermut jedoch überhand, versinkt der Künstler in einer gefährlichen, selbstzerstörerischen Depression.