Ausstellung

(IN)VISIBLE DIFFERENCES
Eine Erkundung alternativer Wahrnehmungen, wenn sichtbare Unterschiede tatsächlich unsichtbar sind

Installation von Semra Sevin

 

(In)visible Differences ist eine Erkundung alternativer Wahrnehmungen, wenn sichtbare Unterschiede tatsächlich unsichtbar sind. Semra Sevins inklusive Ausstellung eröffnet während der Woche des Sehens, die durch alle Sinne, sowohl für blinde, seheingeschränkte, als auch sehende Menschen erlebbar ist.

Für (In)visible Differences hat Sevin blinde und sehbehinderte Menschen aus mehreren Kontinenten eingeladen, mit ihr online ein Interview über die Wahrnehmung des „Anderen“ zu führen und ihre Beobachtungen auf Menschen und die Gesellschaft mitzuteilen. Die Interviews sind sowohl online zugänglich als auch begleitend zu einigen Kunstwerken zu hören, oder via QR Code an der Wand zugänglich.

Die Interview Teilnehmer wurden gebeten ein digitales Porträt einzureichen. Parameter der Porträts wie dpi, Farbcodes und Größe wurden in ein 3D-Programm eingespeist, woraus non-figurative Objekte entstanden. Diese haptischen Objekte wurden sowohl per Hand nachgebaut, als auch 3D geprinted. Drei große Centerpieces erzeugen Klang, wenn sie angefasst werden. Zudem sprechen die Skulpturen die olfaktorischen Sinne an. Jedes Objekt wird von einem Lieblingsduft der jeweilig repräsentierten Person begleitet. Zusätzlich haben die Besucher die Möglichkeit, an einer dafür eingerichteten Sound Station, durch das gegenseitige Berühren Sound entstehen zu lassen. Somit kann der Besucher interaktiv ertastbare, hörbare, olfaktorisch abstrakte Portraits erleben. Spiegelfolie an den Wänden versetzen den sehenden Betrachter in eine visuell abstrakte Welt. Sehbeeinträchtigte werden durch Bodenmarkierungen und Informationen in Brailleschrift durch die Ausstellung geführt.

Die Künstlerin Sevin möchte mit ihrer Arbeit eine für sie wichtige Frage in den Raum werfen: „Was können wir von Sehbehinderten lernen, um eine neue, avantgardistische Art der Weltwahrnehmung zu entwickeln, die inklusiv ist?“ Die Ausstellung bietet eine Möglichkeit, Menschen mit Sehbeeinträchtigungen in einem emanzipierten Kontext zu erleben.

Ulrich Krauss hat mit den Aussagen der Blinden über Essen (in der Öffentlichkeit) ein Menü entwickelt, das auf deren Bedürfnisse und Vorlieben eingeht, oder sich der visuellen Erfahrbarkeit entzieht und sich mehr über Duft und Geschmack mitteilt. Die buchbaren Abendessen werden jeweils von einer sehbeeinträchtigten Person begleitet.

Semra Sevin ist eine deutsche interdisziplinäre Künstlerin, die für ihre fotografischen Werkreihen und multimedialen Installationen bekannt ist. Inhaltlich lässt sich ihr Werk durch die Auseinandersetzung mit Fragen der Diversität und Inklusion charakterisieren. Ihr Anliegen ist es, eine eindimensionale Sicht auf die Welt herauszufordern, um die Mehrschichtigkeit von Wahrheit und Identität offenzulegen. Formal setzt sie hierfür Materialien wie Spiegel, Folien, Glas Acryl und jetzt auch Sound, Stein und Metall ein.

www.semrasevin.com

Englischsprachiges Interview mit Semra Sevin und Ulrich Krauss in culturala

Förderer:

Brillen: Pro Retina
3D Druck Beratung: 3D Petrol Print und 2 for 1