TAUCHGÄNGE

Riverine Zones 2006 – 2009
Wasser-Video-Installation von Philipp Geist

25 / 02 / 09 bis 18 / 04 / 09

geist_tauchgaenge_web03-Kopie

Der Berliner Multimediakünstler Philipp Geist zeigt in der Galerie Zagreus-Projekt seine Video-Raum-Installation ‘Tauchgänge’.
In den Räumen, in welchen vor ca. 100 Jahren ein jüdisches Frauenbad war, kombiniert er Auszüge aus dem Wasser-Projekt
‘Riverine Zones’ mit Videoarbeiten zum Thema Wasser. Seit 2006 macht Philipp Geist Unterwasser-Videoaufnahmen von internationalen
Fließgewässern und filmt die unmittelbare und doch ferne Realität unter der Wasseroberfläche. Es entstehen Bilder, deren Ästhetik teils
realistisch-dokumentarisch, teils fremdartig, abstrakt und unscharf wirken und mal farbintensiv, mal monochrom sind.

Geist stellt die Unterwasserwelten verschiedener Metropolen und Orte gegenüber: Bisher hat er 19 internationale Flüsse gefilmt,
darunter sind Chicago River (Chicago / USA), Dâmbovita (Bucharest/ Romania), Donau (Regensburg), St. Laurent (Montreal/ Canada),
Daugava (Riga/ Litvia), Spree (Berlin/ Germany), Tevere/ Tiber (Rome/ Italy), etc.
Jeder Tauch-Gang führt in eine neue Wasserwelt, in der kulinarischer Genuss und künstlerisches Konzept eine Einheit bilden.
Ein Experiment, in dem die Gäste in das Bild eintauchen und so in das Kunstwerk integriert werden.

geist_tauchgaenge_web04-Kopie

mehr Information:
http://riverine.videogeist.de
http://riverinezones.blogspot.com/
http://www.p-geist.de

P1030391

Menü

Tomatisierte Consommée vom Zander und Hecht mit Sekt und Estragonklößchen

Frischer Räucheraal und hausgeräucherte Forelle mit Rieslinggelee, gelbem Linsenpüree und marinierter Rote Beete

Gefüllter Zander im Ganzen gebacken, mit Hechtfarce gefüllt, Fenchelrisotto mit Sternanis und Béchamel mit Pernod

Warm aufgeschlagener Weinschaum mit Blutorangensorbet und Traubensalat mit Vanille und Limone

KÖNIG UND KÖNIGIN

Installation von Coco Kühn

03 / 12 / 08 bis 31 / 01 / 09

P1020840

Bei König und Königin herrscht verschwenderischer Reichtum. Industrielle Getränkedosen verwandeln sich in einer Doseninstallation (zu exklusiven Wertgegenständen, die vergoldet in einer Öffnung der Wand gestapelt werden. Ohne Etikettierung erleuchtet nur noch die traditionelle Farbe des Geldes Sinn und Zweck des Verpackungsmaterials. So wird die sonst so schnelllebige Konservendose zum königlichen Repräsentationsobjekt.

Die Konzeptkünstlerin Coco Kühn schuf eigens für die Räume der Koch/Kunst/Galerie Zagreus Projekt einen friderizianischen Speisesaal. Gäste können mit dem viergängigen Menue Acht Schüsseln kreiert vom Koch/Galerist Ulrich Krauss, den Geschmack der französisch geprägten, preußischen Hofküche sinnlich in diesem Ambiente erfahren. Die adelige Tafel mit Leuchtern und zwei Thronen nimmt fast die gesamte Länge des Raumes ein. Ein großer und ein kleiner Spiegel (2000 Euro) hängen im rechten Winkel zu einander, sorgfältig auf ihr Ziel ausgerichtet. Der große verdoppelt die festlich geschmückte Tafel, die mit einem dunkelroten, blumengemusterten Tuch bedeckt ist. Der kleine widmet sich den gestapelten Getränkedosen, die gleich Goldbarren den konzentrierten Überfluss verkörpern. Die Doseninstallation füllte schon den Kamin des Jaspissaals in den Neuen Kammern im Park Sanssouci

koenig-und-koenigin-Kopie

ACHT SCHÜSSELN
Preußische Hofküche zu Zeiten Friedrich des Großen

Legierte Kapernsuppe mit Zander

Perlhuhnterrine mit Flusskrebs-Limonen Sauce

Rosa gebratene Rehkeule mit Preiselbeeren und gebackenem Spitzkohl,
Birnenconfit in Cassis und Maronen-Kartoffel Püree

Confierte Ananas mit casis und Dattel-Schokoladensauce

_136-Kopie

DESIGN COMBINE

installation und objekte von Stephen Laptisophon (USA)

26 / 09 / 08 bis 21 / 11 / 08

P1020668

Design Combine ist eine speziell für das Zagreus Projekt entwickelte Installation von dem amerikanischen Künstler Stephen Laptisophon, der gefundene Objekte, Sound, Text und Collage verbindet. Verschiedenste Materialien werden im Umfeld der Galerie gesammelt und zu einer Assemblage mit Nahrungsmitteln und Gerichten verbunden, die alle Bereiche der Tischkultur beinhalten.
Tisch, Stuhl, Tischtuch, Teller, werden Thematisiert und mit Texten oder Zitaten von Brillat Savarin verbunden. Design Combine folgt und vereinigt in einer neuen Weise Form und Ideologie.
Design Combine ist auch eine Referenz an Robert Rauschenberg.

P1020681

Das amüse bouche Menü FOOD COMBINE in 6 Gängen

Paprikacoulis rot – grün mit Tomaten Granité und marinierter Zucchinizeste

Überbackener Parmesancroûton mit Kräutersalat und Preiselbeeren

Stephen12

Loup de Mer im Bananenblatt mit Kokosmilch und Ingwer,
gebackene Kochbanane und Palmöldip

Gebackene Lachsforelle mit Kürbis-Safran Mousse
Und gebackene rote Beete mit Honig und Balsamico

Spieße von der Rehkeule und Backpflaume,
Maronenpolenta, Rotweinbirne und Cassissauce

Nusskuchen mit warmer Schokoladensauce,
karamellisierten Walnüsenund Crème Chantilly

P1020813

INTERNAL RECIPE || DAS KONZEPT ALS REZEPT

Installation von Stefan Lundgren (S) und Bruno Nagel (D)

26 / 04 / 08 bis 21 / 06 / 08

recipe3

DAS KONZEPT ALS REZEPT . Ausgangspunkt fuer diese Ausstellung sind verschiedene solitaere Projekte der beiden Kuenstler Stefan Lundgren (S) und Bruno Nagel (D), die sie durch eine kompostartige Zersetzung in ein Menue umwandeln . Aus diesem Menue heraus ergeben sich unterschiedliche Rezepte, die mit Zeichenkohle handschriftlich als Tafelbild an die Wand geschrieben werden . Im Prozess der Ausarbeitung dieser Ausstellung entstand daraufhin in Folge das Rezept als Konzept . In diesem umgekehrten Fall wurden den Zutaten bestehender Originalrezepte des Kochgaleristen Ulrich Kraus, Begriffe zugeordnet, die in ihrer Ansammlung als Liste wiederum ein Projekt hervorrufen .

recipe2

Rezept Konzept Rezept Konzept . Diese Aneinanderreihung der permanenten Verwandlung laesst den Schluss zu alles erdenkliche in ein Rezept zu verwandeln . Konsequenterweise fuehrt dieser Gedanke in Richtung Bauanleitung fuer ein Kunstwerk . Solche skizzenhaften Bauanleitungen werden mit auf der Strasse gefundenen Einkaufszetteln gemixt und in Dosen verschweisst aufbewahrt . Angedacht und eingemacht . Platzhalter fuer das gemeinsame Essen sind zwei Marktstaende .

Die Abfolge und Inhaltlichkeit der Menues sind ueber www.internalrecipe.blogspot.com einzusehen .

recipe1

Menü

festplatte
brunos feinkost vom Holzbackofen und Franziskaner

wunschdenken
Weisser Spargel mit beurre blanc und rotem Rogen
Music – “midsummer musings” – by henrik frisk(SE)

peneloop
Ceviche vom Zander und Flusskrebs mit Limone, Coca Cola und Koriander

twin peaks project
Rinderrücken á la Matador mit Iberico Schinken, Entenleber und Hibiscus Salz (wird auf langen Spießen serviert)
dazu Mallorquinische Sobrasada mit Kartoffelstampf

glück & casino
2erlei Schokoladentrüffel mit Wodka, Marille, Limone und Minze

Wir empfehlen folgende Getränke zum Menü:

Crèment
Riesling
Cuba Libre
Rioja
Obstler

EIERLEGEND

Eine österlich-zoologische Installation von Lisa Fuss
Präsentiert von post theater [new york / berlin / tokyo]

15 / 03 / 08 bis 20 / 04 / 08

eier2

Die Bühnenmalerin Lisa Fuss zeigt einen besonderen Schatz: leere Eier für die Fastenzeit, die mit eierlegenden Tieren wie Insekten, Fischen und Echsen bemalt sind.

Dazu serviert Ulrich Krauss kulinarische Finessen, die auf allen Arten von Eiern basieren – von Kaviar über Tortilla bis zur Eierschecke.

Das prä-christiliche Fruchtbarkeitssymbol des Eies wird bis heute vor allem um Ostern herum zelebriert. Als Bildträger hat es eine lange Tradition, gerade in Zentraleuropa. Ob in der Goldschmiedekunst für den Hof oder echte Eier am Küchentisch – bemalte Eier (oder darauf basierende Objekte) gibt auf sehr verschiedenen Niveaus.

Lisa Fuss hat mit ihren Miniaturen Insekten vergrößert und Reptilien verkleinert – in naturwissenschaftlicher Präzision und mit großem Handwerklichen Können schuf sie Portraits von eierlegenden Lebewesen. Die ungewöhnlich hohe Qualität der Darstellung kontrastiert mit dem Egalitären und Alltäglichen des Hühnereis als Medium.

eier1

Die raumgreifende Installation für den Gallerieraum des Kunst-Koches Ulrich Kraus kann nicht nur visuell, sondern auch geschmacklich erschlossen werden. Auf Reservierung kann man ein 7 Gängiges Menu um das Thema Eier und eierlegende Tiere genießen.

Natürlich ist die Arbeit saisonal – und beginnt am Palmsonntag 2008 und dauert bis zu Christi Himmelfahrt 2008. (16.3. – 1.5. 2008).

www.posttheater.com
blog.luftschiff.org/lisafuss

VIER OPFERRITUALE / 4 SACRIFICES

Installation von Marie Hélène Fabra

31 / 01 / 08 bis 08 / 03 / 08

sacrifice1

Die Inszenierungen von Marie Hélène Fabra haben die Verbindung von Essen, Tod und Spektakel gemeinsam und behandeln in der Inszenierung im Zagreus Projekt Opferrituale, wie Kindsopfer in der Antike und dem Alten Testament ( Iphigenie und Isaak ), oder Selbstopfer wie bei Ödipus oder Jesus

Ein Opferritual ist eine Gabe an die Götter im Verlauf einer rituellen Zeremonie. Diese ursprünglich oft grausamen Abläufe von Handlungen sind Mitbegründer unserer Kultur . Oft tabubehaftet, bestehen diese Rituale nicht in der Wiederholung eben dieser Morde fort, sondern sie bewegen uns dazu, neue Ideen zu entwickeln, um die Wohltaten durch die Opfergabe zwar zu empfangen, ohne aber den hohen Preis der Morde zu zahlen. Entweder wird das “wahre” Opfer durch ein Tier ersetzt ( ein Reh ersetzt Iphigenie , ein Widder den Isaac ) und das Opferritual wird zu einer Mahlzeit, oder aber das “echte” Töten“ wird durch einen symbolischen Tod, eine geschriebene und gespielte Geschichte ersetzt. Es wird zu einem tragischen Theater, einem Gedicht, zu Kunst, als wäre unser Menschsein abhängig von einem sich ständig erneuernden Vertrag mit den Kräften der Natur, so als wäre in Erinnerung zu halten wie diese Kräfte zu handhaben seien damit sie uns nicht vernichten.

sacrifice2

Wir setzen nun 4 Opferszenarien in ein 4 gängiges Menü mit Fisch, Fleisch, Innereien und Zucker um, beginnen mit einer Reinigung und präsentieren die Speisen innerhalb der Installation in ungewöhnlicher Form. Wir versuchen eine elementare Auseinandersetzung mit dem Kochprozess und dem daraus resultierenden Essen.

FEUERWACHE ZAGREUS

Tafeln im Zentrum der Herdplattentektonik
Installation von Kain Karawahn

01 / 12 / 06 bis 31 / 01 / 07

Sinnlich-multimediale Restauration des Urraums und Ursprungs von Kochen, Kunst und Kultur. Die Installation repräsentiert den Urraum menschlicher Häuslichkeit, dessen Zentrale ein multifunktionales, als Kochstelle, Lichtquelle, Wärmestube und Geisteszentrum genutztes Feuer war. Kain Karawahn verwandelt das ZAGREUS, gleichzeitig Ausstellungs-, Veranstaltungs-, Bewirtungs- und Speiseraum, in eine Feuerwache und setzt damit das Restaurant-Galerie-Konzept auf die umfassendste Weise um. Hier wird „brennwertig“ gegessen und „feuerwässrig“ getrunken, darüber hinaus werden diese physisch erfahrenen Feuer durch die den Geist „entzündenden“ sowie „be- und anfeuernden“ Bestandteile der Installation vervollständigt.

feuer2

Mittelpunkt der Installation ist der Tisch „Herdplatte“, eine große Tafel (1,10 mal 6,5 m), an der bis zu 30 Gäste gemeinsam sitzen und speisen können. Die Tischplatte bildet ein durchgehender Fotoabzug eines Feuermotivs. In Verbindung mit an drei Wänden des Raumes gehängten großformatigen Feuermotiven, Videoprojektíonen von Feuer- und Vulkankochsequenzen und dezent im Hintergrund zu hörenden Knister-, Ofenboller- und Vulkangeräuschen sowie weiteren feurigen Elementen haben die Gäste das Gefühl, selbst inmitten des Feuers zu sitzen. Die Installation erschließt sich erst dann als vollendetes Kunstwerk, wenn darin gespeist, getrunken, gedacht, geredet und gefeiert wird.

Kain Karawahn, der sich seit vielen Jahren mit Feuer und dem gesellschaftlichen, politischen, medialen und künstlerischen Umgang damit befasst, über sein Installationsprojekt:

„Um zu kochen, braucht es Feuer. Die Nutzung von Feuer durch den Menschen markiert den Beginn der Zivilisation. Die Feuerstätten waren zugleich auch Gaststätten, wo Menschen zusammen kamen, um gemeinsam am Feuer zu sein, vom Feuer zu essen und mit Feuer zu feiern. Durch technischen Fortschritt und rechtliche Vorschriften, aber auch durch Bequemlichkeit und die Beschleunigung unserer Essgewohnheiten, ist das offene Feuer, und damit auch die kulturgründende, sinnliche und sinnstiftende Verbindung zwischen Feuer, Menschsein, Kochen, Essen und Feiern nicht mehr präsent.
Die Installation FEUERWACHE ZAGREUS stellt somit eine Restauration der ersten Feuerwache derMenschheit dar, den Urraum des Ursprungs von Kochen, Kunst und Kultur.“

feuer1

Vulkanisches Weinmenü in 4 Gängen

Karamelisierte Chicoréesuppe mit hausgeräuchertem Aal und Bachsaibling
2005 Vernaccia di San Gimignano

Polenta Nero(mit Sepia) mit Calamaretti und Muscheln in Tomaten – Chilisauce (etwas scharf)
Tamerici Rosato

Flambierter Wildhasenrücken mit Backpflaumensauce, Püree von violetten Kartoffeln mit Nussöl und gebratenem Parmesan
2001 Nizza dacapo Barbera d´Asti
oder
2003 Le Grive Barbera/Pinot Noir

Rotweinbirne mit Vanille und Monte Bianco
Schokoladen/Maronenpüree mit Schlagsahne
Grappa

DAS BLUT DER AHNEN

Installation von Harro Schmidt

28 / 10 / 07 bis 19 / 01 / 08

ahnen1

Harro Schmidt ist ein pictor doctus, ein gelehrter Maler. Vielleicht hängt das damit zusammen, daß der Künstler zeitgleich ein Kunststudium und ein mit dem Diplom belohntes Geologiestudium absolvierte. Für Schmidt sind Malerei und Kunst eine Sache des Kopfes. Etwas, was mit Geist ebensoviel zu tun hat wie mit Gefühl.

ahnen2

Harro Schmidt zeigt unter dem Titel „das Blut der Ahnen“ Lichtobjekte, Lichtinstallationen und Lichtprojektionen, die in den letzten Jahren entstanden und die er eigens für die Galerie neu zusammengestellt hat. Schmidt inszeniert eine Tafelrunde der besonderen Art, an der der geneigte Besucher und Gourmet seinen Platz findet. Dabei kann dieser eintauchen in einen Kosmos aus Licht und Poesie, dessen Anmutung zwischen wissenschaftlichem Experimentallabor und Ausgrabungsstätte liegt, und dessen künstlerische Umsetzung an Fundstücke aus der Archäologie, aus der Erdgeschichte oder Sagenwelt erinnern lassen.

ahnen3

Das Menü der verborgenen Schätze
Versenken, schichten, verhüllen, umschließen

Kaninchensülze mit Petersilie
Und hausgeräucherter Calamaretti
mit Salbei Brösel und Limonensauce

Lasagne von Blutwurst, Sauerkraut und Kürbis
Mit Trüffelsauce

Schüsselpastete mit Ente, Perlzwiebeln und Champignons

GEFAHR FÜR LEIB UND SEELE

von Markus Binner

10 / 07 / 07 bis 16 / 09 / 07

zagreus

 

 

Für das Zagreus Projekt hat Markus Binner eine Folge kurzer Arbeiten aus Sprache, mit Bezug auf Essen, Kochen und Nahrungsmittel geschaffen. In Form einer Speisekarte ist sie Vorlage für ein assoziatives Menü von Ulrich Krauss, der für jeden Text/Gang eine kulinarische Interpretation schafft .

Geboten wird: großes Schauern, aus Distanz vergnüglich. Große Fragen: Gibt es Neues? Gefahr für Leib und Seele. Völlige Orientierungslosigkeit (theoretisch). Starke Bilder. Emphathie mit Schafen. Radikalität als Weg zum Sieg (bei Sumo-Ringer-Gerichten) Anish Kapoor trifft Nitsch im Hosentaschenformat. Gibt es Häßliches? Essen, Lust, Liebe.

 

 

Das Menü

Die Austern mit Zitrone beträufeln, dann schließen sie die Augen.
*
Paul Bocuse isst seit 30 Jahren jeden Tag ein ihm unbekanntes Gericht.
*
Halten Sie den Aal stets gut fest und lassen Sie den Mund zu. Aale sind sehr stark und ihre Haut ist glitschig. Bei Gefahr versuchen sie in dunkle Höhlen zu flüchten.
*
Bei dem Hochwasser lief auch der Weinkeller voll. Da der Pegel schnell wieder fiel und der Keller gleich abgepumpt werden konnte, passierte dem Wein selbst nichts. Allerdings lösten sich sämtliche Etiketten von den Flaschen.
*
Dithmarscher Schaffleisch gilt als besonders zart. Da die Schafe im Winter den gefrorenen Kohl, der auch zur Sicherung der Deiche angebaut wird, fressen, nutzen sich ihre Zähne derart schnell ab, dass sie viel früher als andere Schafe geschlachtet werden müssen.
*
Eine Suppe, die aus einem Karpfen, dem nur die Galle entfernt wurde, Klettenwurzeln und Wasser besteht, kocht 24 Stunden. So werden die beiden Zutaten, die am stärksten Yin bzw.Yang sind, zusammen zubereitet. Dies ist das traditionelle Gericht für Sumoringer vor dem Kampf.
*
Viel heißes Wasser und Salz lösten weiter Schmutz und Schleim. Dann stüpte der Schlachter die Gedärme nacheinander durch einen messingnen Ring, den er in zwei Größen neben Messerköcher und Wetzstab am Koppel trug, nach innen, damit das Wurstbrät in die glattere (oder appetitlichere?) Außenseite gefüllt werden konnte. Eswar spaßig zu sehen, wie die Därme durch sich selber flutschten.
*
Pascal Barbot, einer drei Sterne Köche Frankreichs, servierte im Sommer 2006 in seinemRestaurant l’Astrance in Paris bei einem Gang als Beilage Bohnen, die nicht gut schmecken und dies auch nicht sollten.
*
Die Forscher, die davon ausgegangen waren, einen weiteren schwarzafrikanischen Irrglauben zu untersuchen, waren uberrascht, als sie feststellten, dass Coca-Cola zu 85% und Coca-Cola Diet sogar zu 100% spermizid ist

SupraKartoffelKomplex (SKK)

Installation mit 800 kg Kartoffeln
von Barbara Ueber (D) und Mathieu Dagorn (F)

17 / 05 / 07 bis 17 / 06 / 2007

kartoffel1

Die beiden Künstler Barbara Ueber (D) und Mathieu Dagorn (F) zeigen als Zusammenarbeit eine Installation aus ca. 800 kg Kartoffeln, ästhetisch angesiedelt zwischen Karl Blossfeld, Christian Jaccard, James D. Watson und Sigmar Polke. ‘SupraKartoffelKomplex’: Jede einzelne Kartoffel stellt ein strukturell abgrenzbares, eigenständiges und selbsterhaltendes System dar. Sie ist in der Lage, Nährstoffe aufzunehmen, in Energie umzuwandeln, verschiedene Funktionen zu übernehmen und vor allem sich zu reproduzieren.

Die Kartoffel enthält alle Informationen, die für diese Prozesse notwendig sind. Kartoffeln haben somit grundlegende Fähigkeiten, die als Merkmale des Lebens bezeichnet werden:
· Vermehrung durch Kartoffelteilung
· Stoff- und Energiewechsel (Nahrungsaufnahme, Energieumsatz, Aufbau von Kartoffelstrukturen)
· Reaktion auf externe oder interne Reize (auf abiotische Faktoren wie Temperatur oder Nahrungsangebot, auf biotische Faktoren wie Fressfeinde, Parasitismus und viele andere)
· Möglichkeit der Bewegung.

Durch die Spezialisierung zu Vielkartofflern sind die oben beschriebenen Fähigkeiten eingeschränkt, sie gewinnen aber die besondere und ästhetische Macht im sogenannten SupraKartoffelKomplex (SKK).

kartoffel2

Die Installation SupraKartoffelKomplex besteht aus Strukturen, die an Bäume erinnern. An diesen Strukturen wachsen kleine, traubenförmige Anhäufungen neuartiger, auch andersfarbiger Kartoffeln, Wucherungen, die sich teils verselbstständigen, sich weiter vermehren und so vom Raum Besitzergreifen.

Im Laufe der Evolution haben sich verschiedene Arten von Kartoffeln gebildet: zum einen die Frühkartoffeln, die einfach gebaut sind und keinen Kartoffelkern aufweisen, zum anderen die Spätkartoffeln, die komplex strukturiert sind und sich im Aufbau stark von den Frühkartoffeln unterscheiden. Frühkartoffeln und Spätkartoffeln können sowohl als Einkartoffler als auch als Mehrkartoffler auftreten. Bei den Mehrkartofflern bilden Kartoffeln sogenannte Zweckverbände.
Zumeist teilen sie sich die Funktionen und sind oft einzeln nicht mehr lebensfähig

Über die Künstler:
Barbara Ueber schloss 2002 ihr Meisterschülerstudium bei Rebecca Horn ab, lebt und arbeitet in Berlin. Sie beschäftigt sich mit Polarität und Spiegelung im visuellen wie im psychologischen Sinne, nicht nur der Mensch, auch Tiere und Landschaften stellen in vollendeter oder partieller Verdopplung die Frage nach Gleichheit und Gegensätzlichkeit, meist bleibt es jedoch paradox.
Ausstellungen:

Mathieu Dagorn besuchte nach dem Abschluss eines Biochemiestudiums die Kunsthochschule von Marseille. Er studierte Bildhauerei bei Anita Molinero und Patrice Carré. Durch sein ehemaliges Leben
als Wissenschaftler hat er Themen wie Labor, Hygiene, Vermehrung oder Wucherungen in seiner Kunst verarbeitet

www.dagorn.com

powered by Reuther-Media