PHALLOBST UND SINNLICHE LAPPEN

Petra Schwab. Good Taste. PHALLOBST UND SINNLICHE LAPPEN in der Zagreus Koch Kunst Galerie

Seiden und textile Objekte von Petra Schwab

31 / 01 / 26 bis 02 / 04 / 26

Petra Schwab hat an der HfbK in Hamburg als diplomierte Textildesignerin abgeschlossen, in diesem Beruf aber nie gearbeitet. Viele Jahre begeisterte sie sich für Malerei auf Seide und die Brillanz der Farben auf diesem Luxusstoff. Den bearbeitet sie wie eine riesige Leinwand mit großer Geste und dynamischen Pinselstrichen. Die sprichwörtliche Sinnlichkeit der Seide bestimmt dabei oft ihre (teils obszönen) Motive.

Petra Schwab. Collage. PHALLOBST UND SINNLICHE LAPPEN in der Zagreus Koch Kunst Galerie
Petra Schwab. Collage.

Der unerwartete Umgang mit Materialien, die Verbindung von Gegensätzen, der Kontrast zwischen Form und Inhalt sind für die Künstlerin ein dominanter Reiz. Die Möglichkeit, Stoffen eine dritte Dimension durch Faltenwurf, freies Flattern sowie Nähen und Sticken zu verleihen, kommt ihrer Experimentierfreude entgegen.

Petra Schwab entdeckte für sich die alte Sticktechnik Smoken, die heute nur noch in der Haute Couture verwendet wird. Merkmal dieser Technik ist eine weich konturierte dehnbare Rautenstruktur, die die Künstlerin an eine Vulva erinnert. Eingesetzt auf wenig luxuriösen Materialien wie alten Küchentüchern und Wischlappen bekommen ihre aufwändigen Sticktechniken etwas Absurdes: sinnliche Motive in ganz und gar unsinnlichem Kontext (und umgekehrt: banale Motive auf sinnlichem Material).

Petra Schwab. Collage 2. PHALLOBST UND SINNLICHE LAPPEN in der Zagreus Koch Kunst Galerie
Petra Schwab. Collage.

Die textilen Arbeiten stellen Sehgewohnheiten in Frage und irritieren. Schön, dass Kunst das kann.

www.petraschwab.de
Instagram: petra.schwab.seide

 

Menü Vor-Lieben zur Ausstellung Phallobst und sinnliche Lappen:

„Aphrodisisch“
Muschelcremesuppe mit pochierter Auster auf Algensalat mit Birne und Sesam

Vegetarisch: Sellerieessenz, Roscoff Zwiebeln mit geräuchertem Rapsöl, Algensalat und Sesam

„Zwischenspiel“
Crèpinette vom Iberico Schwein und Lamm,
Gebratener Oktopus und Tomaten-Chili Sauce mit Sardellen und Oregano

Vegetarisch: Weisskrautwickel mit Spinat und Walnuss,
Steinpilzsauce

„Roter Teller“
Gebackene Paprika auf Labneh
Komprimierte Tomate mit Balsamico
Geschmorte Rote Bete mit Sternanis und Meerrettich
Granatapfel-Portwein Reduktion
Polentarauten mit Parmesan

Crèpe Suzette mit Tonka Bohnen Creme

INGREDIENTI

INGREDIENTI- Eingelegte Rezepte in Öl - Installation und Objekte von Anja Schindler in der zagreus Koch Kunst Galerie

Installation und Objekte von Anja Schindler

22 / 10 / 25 bis 29 / 11 / 25

INGREDIENTI Installation und Objekte von Anja Schindler in der zagreus Koch Kunst Galerie

Ein Kochrezept ist mehr als eine Anleitung zur Zubereitung eines Gerichts. Es ist ein Gefäß – für Geschichte, für Alltag, für Weitergabe. Mit ihrer Ausstellung INGREDIENTI begibt sich die Künstlerin Anja Schindler auf eine künstlerische Spurensuche nach alten Kochrezepten – als kulturelle Artefakte, als überlieferte Erinnerungen, als Zeichen sozialer wie kulinarischer Entwicklung.

Sammeln und Konservieren – diese beiden Begriffe durchziehen Schindlers Werk wie ein roter Faden. In INGREDIENTI richtet sie den Blick auf traditionelle Rezepte, Zutatenlisten und Konservierungstechniken – und hinterfragt, wie viel Wissen, wie viel Identität, wie viel Gemeinsamkeit in diesen oft handschriftlich festgehaltenen Zeugnissen steckt. Rezepte spiegeln nicht nur die Essgewohnheiten ihrer Zeit wider. Sie erzählen von gesellschaftlichem Wandel, sozialen Hierarchien und familiären Netzwerken.

In Schindlers Arbeiten verbinden sich Textfragmente, Fundstücke und Objekte zu einem poetischen Archiv kulinarischer Erinnerung. Sie konserviert Geschichten wie einst Obst im Glas – als „eingelegte Erinnerungen“. Dabei öffnet sich ein weiterer Raum: Der der interkulturellen Verbindung durch das gemeinsame Essen. Über Generationen und Grenzen hinweg schafft das Teilen von Speisen und Rezepten Nähe, Verständnis und Austausch. Esskultur ist ein Ort der Begegnung – sie verbindet nicht nur Menschen innerhalb einer Familie, sondern auch über nationale und kulturelle Unterschiede hinweg.

INGREDIENTI lädt die Besucher*innen ein, das Rezept als kulturelles Medium neu zu entdecken:
Als Speicher von Wissen.
Als Moment der Gemeinsamkeit.
Als Verbindung zwischen Generationen – und zwischen Kulturen.

www.anja-schindler.com

Zur Ausstellung servieren wir das Menü

Überlieferte Aromen, konserviertes Wissen, kulturelle Erinnerung

Zwiebelkuchen nach Moni Loosen
2015 Riesling Elf & Elf, Matthias Gaul, Pfalz

Tagliatelle mit 3 Saucen
Aloo Gobi Masala (Kartoffel, Blumenkohl) nach Olaf Gelba
Wildschweintopf nach Ludovico Calvanelli
Zitronensauce nach Oliver Westerbarkey
2023 Domaine Arsac Viognier Les Amandiers

Melanzane farcito nach Enzo Coccolino
Schmorkohl nach Annett Renneberg
Karpfen Blau nach Ute Kahmann
2023 Copains IGP Méditerranée, Domaine Roche Audran

Leester Nusstorte nach Mona Köhler Schindler
Königsberger Marzipan nach Matthias Träger
2021 Mandelbaum Riesling Auslese, Weingut Steitz

INGREDIENTI- Eingelegte Rezepte in Öl - Installation und Objekte von Anja Schindler in der zagreus Koch Kunst Galerie

Eingelegte Rezepte in Öl

 

EATING VENICE ALIVE

EATING VENICE ALIVE Keramiken und Fotografien von Stefanie Bürkle in der zagreus Koch Kunst Galerie

Keramiken und Fotografien von Stefanie Bürkle

02 / 08 / 25 bis 11 / 10 / 25

Die Ausstellung „Eating Venice Alive“ entstand aus dem langjährigen künstlerischen Forschungsprojekt „Imaginations of Venice“.
Welche Bilder kommen einem in den Sinn, wenn man sich Venedig heute vorstellt? Seit über fünfundzwanzig Jahren fotografiert die Berliner Künstlerin und Professorin Dr. Stefanie Bürkle bei ihren Reisen Venedig und seine weltweiten Versionen – von Las Vegas bis Shenzhen – entstanden ist so ein Bild der Stadt, nicht nur als physischer Ort, sondern als zirkulierendes Bild, das über Medien, Erinnerungen und Vorstellungen hinweg konsumiert und reproduziert wird.
Zu sehen sind ca. 90 Fotografien auf 50 Doppelseiten vorab aus dem Buch IMAGINATIONEN OF VENICE, das Hatje Cantz gerade produziert.

Der Titel ist ein Zitat aus einem Interview, das Dr Stefanie Bürkle im Rahmen des Projekts geführt hat. Ein Meeresforscher meinte in Bezug auf Tourismus in Venedig „it is eating the city alive“

 

Imaginationen Venedigs ist ein Kunst-und Forschungsprojekt (2022-2025) von Stefanie Bürkle und wird als Teil des Sonderforschungsbereichs SFB 1265 Re-Figuration von Räumen an der Technische Universität Berlin realisiert und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

www.stefanie-buerkle.de
www.artandresearch.org

Dazu servieren wir das Menü Venice BeReaL

Mit dem Brettspiel Venice BeReal, das extra für die Ausstellung entwickelt wurde, kann man sich zum ersten Gang durch Venedig spielen. Als Einheimischer, Investor, Tourist oder Kunststudent erlebt man die Vielschichtigkeit der Stadt. Mit etwas Glück erbt man einen Palazzo … oder verliert alles im Casino.

1. CICHETTI

Traditionelle Häppchen die in den Bacari (Weinbars) in Venedig serviert werden

Salami
Ricotta
Mozzarella
Baccalá (Stockfisch)
Kalbsleber venezianische Art
Kapern
Sardellen
Treviso
Artischocken
Oliven
Tomaten

2. Auf Platten serviert

Eingelegte Sardinen und Garnelen mit süssen Zwiebeln, Rosinen und Pinienkernen
(Vegetarisch: eingelegter Staudensellerie und Karotte)

Pasta Bigoli mit Sardellensauce
(Vegetarisch: Bigoli mit Walnusssauce)

Risotto Nero mit Tintenfisch
(Vegetarisch: Tomatenrisotto)

3. Stracciatella, Zabaglione, Keks

EATING VENICE ALIVE Keramiken und Fotografien von Stefanie Bürkle in der zagreus Koch Kunst Galerie

 

TOPOGRAPHIE

TOPOGRAPHIE Teller und Malerei von Zuzanna Skiba in der Zagreus Koch Kunst Galerie

Teller und Malerei von Zuzanna Skiba

06 / 06 / 25 bis 26 / 07 / 25

Zuzanna Skiba arbeitet an einem Werkkomplex, welcher auf Erinnerungen, wie auch auf konkreten Erlebnissen basiert.
Oft entstehen serielle Arbeiten und sind Beispiele für mentale Kartographie. Es sind innere wie äussere Landschaften, die sich ständig verändern können. So betrachtet sie die Welt mit all ihren topographischen, politischen und persönlichen Informationen.

In den Arbeitsserien wird eine kombinierte Sicht aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt: von oben, aus dem Mittendrin, oder von unten. Es entsteht eine mentale Landschaft mit der Faszination des endlosen Kreislaufes.
Für das Zagreus Projekt hat Zuzanna Skiba eine Serie mit Keramik Tellern erstellt, die eine Topographie auch als Träger für Essen darstellt. Die einzelnen Nahrungsmittel und Gerichte werden entsprechend der Vorgabe auf dem Teller aufgetragen und ergeben eine essbare Landschaft.

TOPOGRAPHIE 1/20, 2025
Ton modelliert & Glasur | Durchmesser ca. 36 cm

 

Zur Ausstellung servieren wir das Menu „Foodpainting“

Hummus mit Knoblauch und Kreuzkümmel
Rote Zwiebel Marmelade mit Sternanis
Auberginenmus mit Orange und Kreuzkümmel
Labneh mit Olivenöl und Zitrone
Jalapeños mit Zimt und Orange
Tapenade mit grünen Oliven, Sardellen, Knoblauch
Geröstetes Lammhack und Walnuss, gerösteter Sesam

2023 Domaine Arsac , Viognier Les Amandiers, Ardèche

„Schichtung“

Polenta mit Parmesan
Indonesische Erdnusssauce
Kalbssteak
Eingelegte Zwiebeln mit Salz und Apfelessig
Salat
Pesto
Doradenfilet
Austernsauce
Gebratene Garnele
Sauce Choron

2023 Domaine 4 Vents, Pichounette, nördliche Rhône

Zitronen-Fichtensprossen Granitée
Erdbeeren und Heidelbeeren mit Cassis
Aprikosensauce mit Vanille

2021 Hubert Lay, Grauburgunder Auslese SL, Kaiserstuhl

LAST SUPPER. 13 Frauen und ein Koch

Bronzen und Collagen von Dagmar Varady

04 / 04 / 25 bis 31 / 05 / 25

Vier Frauen mit Tuch (im Wind)
Bronzeguss, gold poliert, patiniert

Vier Köpfe einer Frau mit Tuch sind so aufgereiht, dass sie von unterschiedlichen Seiten betrachtet werden können. Das Gesicht ist vollständig mit dem Tuch bedeckt und umhüllt den Kopf, um sich am Hinterkopf weit zu öffnen. Wie von einem Windstoß wird das Tuch vorn ins Gesicht gedrückt und waagerecht nach hinten geöffnet. Gesicht und Tuch verschmelzen zu einer Form, die nicht mehr klar lesbar ist.

Das Tuch steht für die Faszination von Dagmar Varady für Schwebezustände. Das Schwebende und bewegte sollen mit der bearbeiteten Bronze so verbunden werden, dass Kontraste wie leicht und schwer, weich und hart entstehen und sich ambivalent öffnen.

In der Ausstellung werden die Bronzen mit Vorstudien zur Entstehung ergänzt. Die Studien in Collageform sind Ausgangsmaterial für die digitale Modellierung der Köpfe. Ein 3D-Druck wurde später in Bronze gegossen. Die dreizehn Collagen (Studien) sind Hintergrund für den Ausstellungstitel Last Supper, 13 Frauen und ein Koch.

DAGMAR VARADY ist Bildende Künstlerin und lebt in Deutschland. Sie erhielt 2002 den HAPGrieshaber-Preis der VG Bild-Kunst und ist in internationalen Sammlungen vertreten wie Die Neue Sammlung München; Antonio Ratti Textile Center, The MET New York, V&A Museum oder British Museum in London.

www.dagmarvarady.de

Zur Ausstellung
LAST SUPPER
13 Frauen und ein Koch

servieren wir das Menü ABEND – MAHL

Hechtsuppe

Gratinierte Hechtklößchen mit Pesto aus Frühlingskräutern
und Essenz mit Weisswein und Safran

2021 Château de Madragues – Gaillac, Len de Lei

Salat

Blattsalate mit Zitronendressing und Melisse
Eingelegter weisser Spargel mit fermentiertem Honig,
Lammmfilet mit Sauce Béarnaise
Vegetarisch: Gebackener Topinambur mit Beurre Noisette

2022 Le Grand Fumé Sauvignon, Weingut Gaul, Pfalz

Maultaschen nach Mama

Maultaschen mit Kalb, Schwein und Rind
Geröstete Semmelbrösel
Karamellisierte Zwiebel-Pilzsauce
Vegetarisch: Maultaschen mit Spinat und Kräutern

2022 Château Mourgues du Grès Galet Rouge, Costière de Nîmes

Nachspeise

Mousse au Chocolat mit Zimtgelee und Haselnusscrunch

TALKING HATS

TALKING HATS

Installation mit Keramik Hüten von Beatrice Jugert

17 / 08 / 23 bis 15 / 10 / 23

 


Die Ausstellung Talking Hats präsentiert eine Serie von keramischen Skulpturen in Form von unterschiedlichen Kopfbedeckungen. Die Mütze selbst ist eine einfache Schüsselform und scheint eine Schädeldecke widerzuspiegeln, ein Raum für Gedanken oder ein leeres Gefäß.

Der Hut nimmt jeweils eine Stellvertreterfunktion ein für eine gesellschaftliche Gruppe, einen Beruf oder verschiedene Religionen. Die Frage von Status wird verhandelt: ist die eigene Identität und Gruppenzugehörigkeit wählbar? Wie findet sich das Ich im Wir?

Einzelstücke aus der Kollektion sind Referenzen zu ikonischen Persönlichkeiten, andere inspiriert durch Kunstwerke in denen Hüte dargestellt sind.

 

 

Der Hut schützt und wärmt; er verbirgt und zeigt.
Es wird aus den Hüten gegessen.
Das Essen kann beginnen …

 

Zur Ausstellung servieren wir das folgende HUT MENÜ

 

Zum Apéritif: Vino Frizzante (Pet Nat) Codello

Stracciatella
Mit Gemüsebrühe, Ei, Parmesan und Semmelbrösel
2021 Furztrocken Riesling, Weingut Reis, Mosel

– Dhal: Curry aus gelben Linsen und Kürbis
– Weisse Bohnen mit Tomate, Fenchel und Salsiccia
– Kritharaki (griechische Reisnudeln) mit eingekochter Maispoularde, Zitrone und Rosmarin
2020 Chardonnay Lösskindel, Demeter, Hubert Lay, Ihringen/Kaiserstuhl

Dumplings
– Zanderklößchen mit Sauce Nantua aus Langostinos
– Arabische Lammbuletten mit Kreuzkümmel und Harissasauce
– Gebackener Blumenkohl mit Zitronensauce
2021 „Orcio Più“ Granaccia, Daniele Parma, Ligurien, biodynamisch

Im Zylinder
Crème Brûlée mit Tonka Bohne, karamellisierte Walnüsse
und Beerenconfit mit roter Johannisbeersauce

 

SCHICHTUNGEN / FALTUNGEN

SCHICHTUNGEN / FALTUNGEN

Keramik von Gabriele Künne

Gabriele Künne hat für Zagreus Projekte eine Geschirrlandschaft entwickelt, die sich zwischen Gebrauchskeramik und künstlerischem Keramik-Objekt bewegt. Keramik als eine der ältesten Kulturtechniken wird von der Künstlerin in vielfältiger Art und Weise immer wieder infrage gestellt. Traditionell und historisch im praktischen, dekorativen und kultischen Bereich verortet, entwickelt sich die künstlerische Keramik Anfang des 20. Jahrhunderts weg von dem Gefäß, der Schale, der Kultfigur. Nicht zufällig stammt der Begriff der Keramik aus dem Altgriechischen:

keramos (κέραμος) – durch Brennen hergestellte, haltbare Formen aus Ton, die im Athener Bezirk Kerameikos hergestellt wurden. Hohlformen stellen schon immer die Basis der Gebrauchskeramik dar – aber auch der künstlerischen Keramik, die aus verarbeitungstechnischen Gründen ähnlich behandelt werden muss.

Gabriele Künne arbeitet auch mit Hohlformen, Vasen und Gefäße werden dabei jedoch zitiert, persifliert, die Wahrnehmungsmechanismen infrage gestellt. Neben diversen Hohlformen verarbeitet sie auch Flächen, die gleichmäßig ausgewalzt und anschließend geschichtet, gefaltet, geworfen und geschlagen werden. Arbeitsspuren bleiben dabei sichtbar und offenbaren die Entstehung, der sich zwischen genauer Planung, prozesshafter Artikulation und dem sogenannten Zufall bewegt. Eine tiefe Konzentration auf das mögliche Ergebnis und eine schnelle Handlung bestimmen die Faltung, die Formung, das Objekt.

Für das Menü hat die Künstlerin zwei Sets angefertigt:
Phiale (aus dem altgriechischen φιάλη phiálē, deutsch ‚Schale‘ ist eine flache, henkel- und fußlose Opferschale in der griechischen Antike)
Patera (eine ebenso flache Schale, die von den Römern in der Antike als kultisches Gefäß verwendet wurde)

Diese Sets werden nun im Zagreus Projekt mit einer Abfolge von Speisen belegt und begossen.

Außerdem ist eine künstlerische Arbeit zu sehen, LAGER, die ein Repertoire an keramischen Objekten zeigt. Für Gabriele Künne spielen abstrakte Objekte und Objektsysteme, deren unbestimmte und unbestimmbare Formen sich aus urbanem Erleben entwickeln, eine wesentliche Rolle.

www.gabrielekuenne.de

MENU

Die Keramik – Sets Phiale und Patera werden im Menü „Schichtungen / Faltungen“ mit einer Abfolge von Speisen belegt und begossen.

Set Phiale

Hummer
Tomate
Paprika
Treviso
Aioli mit Piment d´Espelette
Rotwein

Set Patera

Aubergine
Miso

Sepianudel
Zitronensauce

Gnocchi
Ragù

Polenta
Rote Zwiebel

Desert

Biskuit Birne Quitte

Meerschaum-Gewoge

Meerschaum-Gewoge
Installationen und Skulpturen von Miriam Lenk

25 / 02 / 22 bis 25 / 04 / 22

Die Galerie verwandelt sich in eine Mischung aus Korallenriff und barocker Höhle. Die Stirnwand des Raums wird von einer altarartigen Installation beherrscht und von der Decke schwebt Octopussy über der Tafel. Dort wogt es weiter in Form von barocken Tellern und Kelchen, die sich aus Lenks Skulpturen befreit zu haben scheinen. Die Gäste können für einen Abend dem kalten Berliner Februar entfliehen und sich in Meerschaum-Gewoge ästhetisch und kulinarisch aufladen.

Das Zentrum ihres Werkes bildet ein weiblicher Archetyp: groß und prächtig, raumgreifend und dominant. Dieser Archetyp steht nicht isoliert, sondern ist Teil eines von uns nicht steuerbaren Naturgeschehens, dessen Erfahrung uns eine Ahnung von der alle menschliche Vorstellungskraft übersteigenden Dimension des kosmischen Gesamtgefüges vermittelt. Ihre Skulpturen stehen für eine polytheistischen, sinnlichen Gegenkultur nach dem Kampf der Geschlechter: post-patriarchalisch und post-feministisch. Weibliche Sexualität muss nicht mehr verleugnet werden, sie wird im Idealfall ohne Zweck genossen und gefeiert!

www.miriamlenk.de

Lesen Sie dazu auch den in DEEDS.NEWS erschienen Artikel mit einer 3D Präsentation der Ausstellung.

 

Dazu servieren wir das Menü

fließen – schütten – legen

Das Menü, das in den Keramiken von Miriam Lenk angerichtet wird, ist eine Abfolge von Speisen unterschiedlicher Konsistenz und Farben, die in die barock anmutenden Teller und Kelche gelegt oder gegossen werden.
Der Kellner kommt zum Platz und gießt, schüttet, oder bestäubt den Teller mit einem weiteren Element des Menüs, so dass stets aufgegessen und erneuert wird und sich immer andere Kombinationen und Ergänzungen finden. Ein Staffellauf von floralen Speisen und Früchten des Meeres

MENÜ

Silvaner, Hubert Lay, Kaiserstuhl

Algen, Rogen, Muscheln / Consommé
Salatherz / Zitrone / Petersilie
Joghurt / Meerrettich
Chicorée / Orange

Chardonnay, Domaine Arsac, Ardèche

Eier, Safranmaionnaise
Süsskartoffel / Rapsöl
Wolfsbarsch / Apfel-Traubensauce / Mandeln

Bastide Miraflors, Domaine Lafage, Roussillon

Karotten, Honig / Gremolata
Wirsing / Marmelade vom Rind / Portwein
Kartoffel, Meersalz

Schokolade / Birne / Haselnuss

 

ONE MORE TIME

ONE MORE TIME

Skulpturen Gabrielle Rossmer
Film Luther Price
Malerei Sonya Gropman

05 / 03 / 20 bis 14 / 04 / 20

Die Ausstellung arbeitet mit Haushaltsgegenständen die mit Kochen und Essen zu tun haben sowie Zeit, Ort und Bedeutung in sich gespeichert haben. Gegenwart und Vergangenheit, Deutschland und die USA, menschliche Erfahrungen mit Nahrung, Verlust, Heimat, Emigration und erneute Verwurzelung und Erholung.

Sie bezieht sich auf das Heute, wie es aus dem Vergangenen entstanden ist, das Annehmen der Geschichte als Teil unserer Gegenwart.

Als die Familie Rossmer 1939 mit ihrer einjährigen Tochter Gabrielle aus Nazideutschland flohen, nahmen sie alle Möbel, Küchenutensilien und Wäsche in einer grossen Kiste mit nach New York City. Fast alles hat bis heute überlebt und ist immer noch im Gebrauch der Familie.

Ironischerweise mussten Juden während des NS Regimes eine Steuer auf alle Haushaltsgegenstände bezahlen, die sie mitnehmen wollten, mit dem Ziel jüdisches Leben in Deutschland auszumerzen, doch führten diese Gegenstände in ihrer Familie zu einer fortwährenden Verbindung zu dem früheren Leben in Deutschland.

Alle drei Künstler der Ausstellung erleben und untersuchen diese Gegenstände aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Malerei von Sonya Gropman aus heutiger Sicht, Luther Price arbeitet mit Archiv-Filmmaterial und Gabrielle Rossmer reflektiert ihre eigene Geschichte.

Gabrielle Rossmer und ihre Tochter Sonya Gropmann haben zusammen „The German-Jewish Cookbook: Recipes & History of a Cuisine“ geschrieben und 2017 bei Brandeis University Press veröffentlicht. Es beschäftigt sich mit der fast verschwundenen Tradition deutscher Juden und versucht diese zu bewahren. Die meisten Überlebenden der 30 er Jahre sind mit der Kultur
der Länder verschmolzen in die sie emigrierten.

Die Küche ist der Ort in dem die Deutsch-Jüdische Kultur am Besten bewahrt ist, da viele Rezepte der Mütter, Grossmütter und Urgrossmütter erhalten sind, wie Rezepte für das Passah Fest ohne gesäuertes Brot, das Lichterfest mit meist in Fett gebackenen Speisen, oder die Schabbat Brote (Berches).

Gabrielle Rossmer ist Bildhauerin. 1991 entwickelte sie eine Multimedia-Installation mit dem Titel „In Search of the Lost Object“ die sich mit der Geschichte der Familie auseinandersetzt, sowie der späteren Emigration in die USA. Diese Arbeit wurde in ihrem Geburtsort Bamberg und in der Cathedral of St. John the Devine in NYC ausgestellt, als Teil der Ausstellung „Witness and Legacy,
Contemporary Art about the Holocaust“. Mit der aktuellen Arbeit knüpft sie 18 Jahre später an diese Ausstellung an.
Alte Haushaltsgegenständen sind mit weissen Binden und Kleister abgeformt und beziehen sich auf diese vergangene Zeit. Gabrielle Rossmer lebt in Massachusetts, USA

Luther Price ist Experimentalfilmer dessen Werk weitläufig in den USA und Europa ausgestellt wurde. Unter anderem im Museum of Modern Art und der Whitney Biennale in NYC. 1991 hat er historisches Filmmaterial von Haushaltsgegenständen und Familienmitgliedern verarbeitet und daraus einen 15 minütigen Film mit dem gleichen Titel „In search of the lost Object“ zusammengestellt, zu dem er sagt, dass die Objekte zu ihm sprachen, lebendig und voller Bedeutung wurden. Luther Price lebt in Boston, USA

Sonja Gropmann ist bildende Künstlerin und Autorin von Texten die in Zusammenhang mit Nahrung und Kochen stehen.
Die in starken Farben direkt auf die Wand gemalten Silhouetten und Ornamente reflektieren ihre Arbeit in der Küche. Die Motive wiederholen sich und bilden ein Muster das zwischen Vergangenheit und Gegenwart schwankt. Sonya Gropman lebt in NYC

www.germanjewishcuisine.com

 

DIE BENTOBOX IM LEBENSMITTELSORTIMENT

Bentobox Zagreus Koch Kunst Galerie Berlin

DIE BENTOBOX IM LEBENSMITTELSORTIMENT

Raumzeichnung von Werner Degreif
Objekte von Uwe Sennert

08 / 10 / 15 bis 21 / 11 / 15

Die Ausstellung DIE BENTO BOX IM LEBENSMITTELSORTIMENT zeigt die zweite Zusammenarbeit der beiden Künstler Uwe Sennert, Berlin, und Werner Degreif, Mannheim, dieses Mal zum Thema Essen bzw. Warenauslagen.

Während Uwe Sennert überdimensional große, meist mit Bauschaum, Tuch, Gips und Farben gearbeitete Objekte von Menüschachteln bzw. Bento Boxen aber auch von Waffeln präsentiert, erfindet Werner Degreif mit nur auf schwarze Linien reduzierten und direkt auf die Ausstellungswände gemalten, raumgreifenden Zeichnungen, die Hintergründe oder Bühnen hierfür.

Die Essensboxen werden so in den räumlichen Zusammenhang von verschiedenen Warensortimenten eines Super- oder Großhandelsmarktes gebracht. Zum Beispiel in Beziehung zu den scheinbar endlosen über und nebeneinander gestapelten Kisten unterschiedlicher Getränkemarken oder die Essensboxen tauchen in der Reihung mit unzähligen Warenschachteln in einer Tiefkühltruhe auf.

Das Einzelne tritt dabei in seiner endlosen Wiederholung in Konkurrenz zum immer Gleichen. Ein Nebeneinander von zwei- und dreidimensionaler Objekthaftigkeit, das einerseits durch das weite Netz der schwarzen Liniengeflechte, welche die unendliche Reihung von Warenhausartikeln beschreiben, erschaffen wird und andererseits durch die darauf platzierten dreidimensionalen Essenobjekte, die im scheinbaren Widerspruch zu ihrer Plastizität wegen der Betonung auf Kontur und Fläche, zweidimensional und zeichenhaft erscheinen.

Zagreus Koch Kunst Galerie

MENÜ

NACH DEM ESSEN INS HEIM

Griessklösschensuppe mit Hühnerbrühe, Gemüsen und Kräuter
Panierter und gebackener Zander im Zitronen-Weissweinsud eingelegt, grüner Salat mit Ei, Kartoffel-Gurkensalat und Rote Beete mit Honig
Rinderrouladen vom Salzwiesenrind mit Senf, Gurken und Speck, Rotweinsauce mit Steinpilzen, Kartoffelklöße und Rotkohl mit Apfel
Waffel Senn Cake mit Puderzucker, Parfait mit Kürbiskernöl, Sahne mit Cassis