MALEREI

von Guisun Jang

03 / 02 / 24 bis 07 / 04 / 24

Gelassenheit und Zeit sind für mich wichtige Elemente beim Malen.
Die Momente der Freude, zum Beispiel beim Betrachten eines Sonnenstrahls,
von Wolken oder Knospen, die sich nach und nach in neuen Farben äußern.

Guisun Jang hat eigentlich Bildhauerei studiert, aber danach sich vorwiegend mit Malerei beschäftigt.
Die Bilder werden über die Jahre immer wieder in Schichten übermalt, zum Teil mit komplett neuen Motiven
und Techniken, so dass die überlagernden Strukturen der Pinselstriche aus einer Kombination aus eher farblosen Punkten und starken Farben, eine Räumlichkeit entstehen lassen, die wie bei einem Relief, vom zweidimensionalen ins dreidimensionale gehen und den Bildern Tiefe und Rhythmus geben.
Von der Linie zur Fläche zum Punkt gibt es seit 1995 bis heute eine stetige Entwicklung, die immer auch eine Wandlung von bewussten und unbewussten Prozessen sind, ein Dialog von Natur und Geist. Ausgehend von Motiven der realen Welt, werden sie immer mehr in ein Linien und Punktgeflecht aufgelöst, um hinter der wahrnehmbaren Realität die universelle Harmonie der Welt zu zeigen.

Ihre Vorbilder sind die koreanischen Künstler Kim Hong Do (1745 – 1806) und Kang Se-hwang (1713 – 1791)
und in Europa Van Gogh (1853 – 1890) und Hilma af Klint (1862 – 1944)

 

Zur Ausstellung servieren wir das Menu Fermentation und Zeit

Kimchi Suppe

Süsskartoffel, smoky fish sauce, Shiitake Pilze, Iberico mit hellem Miso
Vegetarisch: anstatt Iberico geräucherterTofu
2018 Malvasia Dva Duby 16 Mon. mittlere Eichenfässer, Tschechien

Punkt und Fleck

Lacto fermentierter Rotkohl, Muscheln in Tomatensauce,
fermentierte Steinpilze, Rettich Kimchi,
Rucolaöl, schwarzer Sesam und Meerrettich
Vegetarisch: anstatt Muscheln Rote Bete
2016 Domaine Arsac Argente, Chradonnay, Ardèche

Sauerkraut

Fasskraut mit Apfelmost und fermentierter Butter,
Kartoffelpüree mit fermentierter Molke,
gebratener Wolfsbarsch mit Shiro Miso und Sesam
geräuchertes Paprikaöl
Vegetarisch: anstatt Wolfsbarsch gebackener Sellerie
2012 Kioupi Amphore Pinot Noir, Alexander Heer, Rheingau

Lacto-Honig

Eis mit Lacto Honig, Mango und Chili,
Misosahne, aufgeschlagene Aprikosensauce
und eingelegte Pinienkerne
Chapourette de Clairette, Muskat, Rhône

TALKING HATS

TALKING HATS

Installation mit Keramik Hüten von Beatrice Jugert

17 / 08 / 23 bis 15 / 10 / 23

 


Die Ausstellung Talking Hats präsentiert eine Serie von keramischen Skulpturen in Form von unterschiedlichen Kopfbedeckungen. Die Mütze selbst ist eine einfache Schüsselform und scheint eine Schädeldecke widerzuspiegeln, ein Raum für Gedanken oder ein leeres Gefäß.

Der Hut nimmt jeweils eine Stellvertreterfunktion ein für eine gesellschaftliche Gruppe, einen Beruf oder verschiedene Religionen. Die Frage von Status wird verhandelt: ist die eigene Identität und Gruppenzugehörigkeit wählbar? Wie findet sich das Ich im Wir?

Einzelstücke aus der Kollektion sind Referenzen zu ikonischen Persönlichkeiten, andere inspiriert durch Kunstwerke in denen Hüte dargestellt sind.

 

 

Der Hut schützt und wärmt; er verbirgt und zeigt.
Es wird aus den Hüten gegessen.
Das Essen kann beginnen …

 

Zur Ausstellung servieren wir das folgende HUT MENÜ

 

Zum Apéritif: Vino Frizzante (Pet Nat) Codello

Stracciatella
Mit Gemüsebrühe, Ei, Parmesan und Semmelbrösel
2021 Furztrocken Riesling, Weingut Reis, Mosel

– Dhal: Curry aus gelben Linsen und Kürbis
– Weisse Bohnen mit Tomate, Fenchel und Salsiccia
– Kritharaki (griechische Reisnudeln) mit eingekochter Maispoularde, Zitrone und Rosmarin
2020 Chardonnay Lösskindel, Demeter, Hubert Lay, Ihringen/Kaiserstuhl

Dumplings
– Zanderklößchen mit Sauce Nantua aus Langostinos
– Arabische Lammbuletten mit Kreuzkümmel und Harissasauce
– Gebackener Blumenkohl mit Zitronensauce
2021 „Orcio Più“ Granaccia, Daniele Parma, Ligurien, biodynamisch

Im Zylinder
Crème Brûlée mit Tonka Bohne, karamellisierte Walnüsse
und Beerenconfit mit roter Johannisbeersauce

 

MEHRFACHBELICHTUNG

Installation von Halina Hildebrand

15 / 06 / 23 bis 13 / 08 / 23

 

Die Ausstellung Mehrfachbelichtung präsentiert die beeindruckende Welt des Waldes und das dramatische Zusammenspiel von Mensch und Natur während der gegenwärtigen Klimakrise. Halina Hildebrand konzentriert sich auf die Schönheit und Erhabenheit des Waldes, aber auch auf die schrecklichen Auswirkungen von Waldbränden und den Verlust von Biodiversität.

Die Fotografin lebt nur wenige Kilometer entfernt von Wäldern, die in den aktuellen Hitzesommern immer wieder von Feuer heimgesucht werden. Dadurch ist für sie die Thematik der aktuellen Entwicklung in Bezug auf Klima und Pflanzenwelt keine abstrakte Frage, sondern eine hautnah empfundene Realität.

Sie nutzt ihre künstlerische Waldfotografie, um die Imposanz des Waldes, selbst in seiner Zerstörung zu dokumentieren und ein Bewusstsein für den Schutz und die Wiederherstellung des Waldes zu schaffen.

www.halinahildebrand.eu

Zur Ausstellung MEHRFACHBELICHTUNG servieren wir das Menü FEUER / RAUCH / ERNEUERUNG

 

Wildkräutersuppe mit Heusahne, Kresseinfusion, Tannenspitzenöl
und schwarzen Croûtons
2018 Chardonnay Lösskindel, Hubert Lay, Kaiserstuhl

Auf dem grossen Brett

Hausgemachter Frischkäse mit Baumasche
Sepianudel in Holunderbeerensauce mit
Totentrompeten und Zwiebelmarmelade mit Portwein

Eingelegte Eichenblätter
Eingelegte Tannenspitzen
2021 Harmonie Merlot Rosé, Bordeaux

Geräucherte Rote Bete und rote Zwiebel in schwarzer Misosauce
mit fermentiertem Knoblauch

Wildschweinkeule vom Grill mit Wacholder, schwarzem Pfeffer und Kohle
Hagebuttensauce mit karamellisierter Haselnuss
Verkohlte Lauchzwiebel
Vegetarisch: Viiolette Karotten in Marsalasauce
2020 Domaine La Rouviole A Tempo Languedoc-Roussillon

Brombeersuppe mit Ahorneis und Tannenspitzenpuder

 

SCHICHTUNGEN / FALTUNGEN

SCHICHTUNGEN / FALTUNGEN

Keramik von Gabriele Künne

Gabriele Künne hat für Zagreus Projekte eine Geschirrlandschaft entwickelt, die sich zwischen Gebrauchskeramik und künstlerischem Keramik-Objekt bewegt. Keramik als eine der ältesten Kulturtechniken wird von der Künstlerin in vielfältiger Art und Weise immer wieder infrage gestellt. Traditionell und historisch im praktischen, dekorativen und kultischen Bereich verortet, entwickelt sich die künstlerische Keramik Anfang des 20. Jahrhunderts weg von dem Gefäß, der Schale, der Kultfigur. Nicht zufällig stammt der Begriff der Keramik aus dem Altgriechischen:

keramos (κέραμος) – durch Brennen hergestellte, haltbare Formen aus Ton, die im Athener Bezirk Kerameikos hergestellt wurden. Hohlformen stellen schon immer die Basis der Gebrauchskeramik dar – aber auch der künstlerischen Keramik, die aus verarbeitungstechnischen Gründen ähnlich behandelt werden muss.

Gabriele Künne arbeitet auch mit Hohlformen, Vasen und Gefäße werden dabei jedoch zitiert, persifliert, die Wahrnehmungsmechanismen infrage gestellt. Neben diversen Hohlformen verarbeitet sie auch Flächen, die gleichmäßig ausgewalzt und anschließend geschichtet, gefaltet, geworfen und geschlagen werden. Arbeitsspuren bleiben dabei sichtbar und offenbaren die Entstehung, der sich zwischen genauer Planung, prozesshafter Artikulation und dem sogenannten Zufall bewegt. Eine tiefe Konzentration auf das mögliche Ergebnis und eine schnelle Handlung bestimmen die Faltung, die Formung, das Objekt.

Für das Menü hat die Künstlerin zwei Sets angefertigt:
Phiale (aus dem altgriechischen φιάλη phiálē, deutsch ‚Schale‘ ist eine flache, henkel- und fußlose Opferschale in der griechischen Antike)
Patera (eine ebenso flache Schale, die von den Römern in der Antike als kultisches Gefäß verwendet wurde)

Diese Sets werden nun im Zagreus Projekt mit einer Abfolge von Speisen belegt und begossen.

Außerdem ist eine künstlerische Arbeit zu sehen, LAGER, die ein Repertoire an keramischen Objekten zeigt. Für Gabriele Künne spielen abstrakte Objekte und Objektsysteme, deren unbestimmte und unbestimmbare Formen sich aus urbanem Erleben entwickeln, eine wesentliche Rolle.

www.gabrielekuenne.de

MENU

Die Keramik – Sets Phiale und Patera werden im Menü „Schichtungen / Faltungen“ mit einer Abfolge von Speisen belegt und begossen.

Set Phiale

Hummer
Tomate
Paprika
Treviso
Aioli mit Piment d´Espelette
Rotwein

Set Patera

Aubergine
Miso

Sepianudel
Zitronensauce

Gnocchi
Ragù

Polenta
Rote Zwiebel

Desert

Biskuit Birne Quitte

HANDWORK

HANDWORK
Malerei von Fides Becker

06 / 05 / 22 bis 07 / 07 / 22

Kern der Auseinandersetzung von Fides Becker ist die Identität als Wechselwirkung zwischen dem Eigenen und den Einflüssen von außen. Mit der neuen Werkserie „Unvisible hand“ in der Ausstellung „Handwork“ greift sie Motive aus der früheren Serie „Perfect housekeeping“ auf, die Rollenklischees aus der Fotografie, der Werbung, des Films und der Pornografie miteinander verbindet und die verschiedenen Haushalts-Handlungen im Hintergrund aus den figürlichen Szenen mit einem neuen Sinnzusammenhang verknüpft: Hier erscheinen sie jeweils eigenständig und verkörpern jene reproduktiven Tätigkeiten, die sozioökonomisch wenig Anerkennung erfahren, wenngleich sie – quasi unsichtbar – unsere Gesellschaft zusammenhalten.

www.fides-becker.de

Zur Ausstellung HANDWORK verbinden wir das Menü „großes Reinemachen“ – das Ausmisten der Kochstile im Kosmos der kulinarischen Traditionen und Trends, zurück zum Gasthaus und der ursprünglichen, regionalen Küche.

MENÜ

Aperitif: Spumante, Casa Geller, Venetien
Flädlesuppe mit Tafelspitzbrühe und Kräuterpfannkuchen
Vegetarisch: Gemüsebrühe, Flädle und Sellerie

2019 Riesling Vogelsang, Trittenheimer Apotheke, Weingut Loersch, Mosel

Gebackener Saibling Müllerin Art mit Zitronenbutter und gerösteten Mandeln,
geschmorte Gurken und frische Erbsen in Schnittlausauce mit Crème Fraîche
Vegetarisch: Spinatmaultaschen mit Ricotta, Gurken, Erbsen und Schnittlauchsauce

2020 Signature Muskateller, Steitz vom Donnersberg, Nahe

Blanquette de veau (eingemachtes Kalbfleisch) mit gebratenen Pfifferlingen
und Schalottenmarmelade, handgeschabte Spätzle mit gebratenen Semmelbrösel
und grüner Salat mit Zitronendressing
Vegetarisch: Pfifferlinge á la Crème mit Schalottenmarmelade und Spätzle

2016 Déjà Fruit Pinot Noir Rosé, Alexander Heer, Rheingau

Erdbeerkuchen mit Orangenparfait

ZAGREUS 2000 – 2020. Das Beste aus 20 Jahren

Gruppenausstellung und Katalogpräsentation

18 / 08 / 21 bis 20 / 02 / 22

Das Beste aus 20 Jahren

Mit Sonja Alhäuser , Heather Allen, Dorothee Berkenheger, Markus Binner, Lis Blunier, Fritz Bornstück, Stephan Brenn, Christina Bunk, Elizabeth Demaray, Diana Dotson, Maurice Doherty, Irena Eden, Margret Eicher, Roland Fuhrmann, Axel Geis, Pierre Granoux, Lennart Grau, Julien Grenier, Johanna Hasse, Patrick Huber, Stephan Hüsch, Guisun Jang, Arnd Kaestner, Kain Karawahn, Doris Koch, Volker Kreidler, Astrid Köppe, Kühne/Klein, Inés Lauber, Stijn Lernout, María Linares, Ute Lindner, Ulrike Mohr, Oliver Möst, Bruno Nagel, Bodo Niggemann, Jennifer Oellerich, Christina Paetsch, Pfelder, Patrick Pilsl, Claudius Pratsch, Aaron Rahe, Susanne Ring, Bärbel Rothhaar, Harro Schmidt, Uwe Sennert, Johanna Smiatek, Henrik Strömberg, Martin Städeli, Hiroko Tanahashi, Ines Tartler, Peter Thol, Josina von der Linden, Lotta Weigl, Sador Weinsclucker, Markus Wirthmann, Renate Wolff, Simone Zaugg, Dida Zende.

Kataloggestaltung: www.yannick-nuss.de

MENÜ

Apéritif: Spumante Casa Gheller Venetien

SONGS FROM THE WOOD VON MARKUS WIRTHMANN UND PETER LANG

„Tafelbild mit grüner Landschaft“
Wildkräutersalat, Rucola, Spinatsalat mit Zitronendressing
Kartoffelbrandate mit Ei und Melisse
Schwarzwurzel mit Kürbiskernöl und Rosmarin
Mandel-Petersilien-Pesto
Gebackenes Kalbsbries im Kräutermantel
Hagebutte

2017 Vogelsang, Trittenheimer Apotheke Riesling, Weingut Loersch, Mosel

KNOCHENKOHLE VON ULRIKE MOHR

Gebratener Loup de Mer,
Fenchelpüree mit Estragon und Pernod,
Polenta mit Sepia und Nussbutter
Schwarze Knoblauchmaionnaise,
Fermentierte Walnuss

2019 Chardonnay, Domaine Arsac Argance, Ardèche (Holz)

MUSCHELMÄDCHEN UND AMORETTENSCHMELZE VON SONJA ALHÄUSER

Gefüllte Hühner in 5 Farben
Römischer Kohl mit Zimt, Zucker und Parmesan

2020 Spätburgunder Handwerk, Jürgen Leiner, Pfalz

LEBEN IN DER SMARTBOX VON JOHANNA HASSE

Crostata al Limone:
Zitronentorte, Mandeleis

MENÜ

Apéritif: Spumante Casa Gheller Venetien

DIE BENTO BOX IM LEBENSMITTELSORTIMENT VON UWE SENNERT UND WERNER DEGREIF

„Nach dem Essen ins Heim“
Panierter und gebackener Zander im Zitronen-Weissweinsud eingelegt,
grüner Salat, Kartoffel-Gurkensalat, marinierte Rote Bete
Vegetarisch: Gebackener und panierter Sellerie

2019 Domaine Faller Macerat Pinot, Elsass

HIMMELREICH, MANISCHE ZEPPELIN SCHNAPPSCHÜSSE VON ROLAND FUHRMANN

Mulligatawni Indienne
Pfeffrige Currysuppe aus der indisch-englischen Küche mit Ente
Vegetarisch: mit Süsskartoffel

2016 Déja Fruit, Pinot Noir Rosé, Alexander Heer, Rheingau

HOMMAGE TO ANGEL KANCHEV VON IRENA EDEN UND STIJN LERNOUT

Ein gastliches Mahl
Geschmorte Lammschulter und gebackene Keule
mit Oliven, Zitrone und Zimt, Aprikosenreis
und Aubergine mit Walnüssen
Vegetarisch: Büffelmozzarella in Tomaten-Olivensugo

2010 Domaine Nivet Galinier Les Aspres, Côtes du Roussillion

STADT MACHT SATT VON ANJA FIEDLER UND SABINE HILSCHER

Alles vom Baum
Gefüllte Ahornblätter mit Tannenwipfelreis,
Fichtennadelparfait und Honigsirup und eingelegte Holunderblüten

MENÜ

Apéritif: Spumante Casa Gheller Venetien

DIE UNTERWANDERUNG DER ALPEN VON LIS BLUNIER
Colours

Gelbes Paprikaparfait
Fenchelpüree mit Petersilie und Estragon
Süßkartoffel – Mousse mit Safran
Rote Bete mit Balsamico und Honig
Blätter und Vinaigrette

2019 Vogelsang, Trittenheimer Apotheke Riesling, Loersch, Mosel

KÖNIG UND KÖNIGIN VON COCO KÜHN
Preußische Hofküche zu Zeiten Friedrich des Grossen

Legierte Kapernsuppe mit gebratenem Saibling

2020 Grauburgunder Lehmboden, Jürgen Leiner, Pfalz

M_ask_E GRUPPENAUSSTELLUNG
C´est un masque

Pochierter Rehrücken mit Fichtensalz
Blutwurst mit Apfel
Quittenbrot mit Honig und Rosenwasser
Apfel – Quittenmus
Rotwein – Hagebuttensauce

2016 Spätburgunder SL schwefelfrei, Hubert Lay, Kaiserstuhl

SORONG 1962 VON TANYA BARNAU SYTHOFF

Kardamom Eis mit Papayasamen
Mango – Kokos – Smoothie
gebratene Papaya mit Langpfeffer und Limonenöl

MENÜ

Apéritif: 2019 Domaine Faller Pet Nat Muscat, Elsass

REFETTORIO von ARNDT KAESTNER

Meerfisch im Saft (Rezept von Bartolomeo Scappi)
Wolfsbarsch, Weisswein, Apfelmost, Trauben, Safran, Mandeln

2020 Weißer Burgunder „Handwerk“ Jürgen Leiner, Pfalz

FEUERWACHE ZAGREUS von KAIN KARAWAHN

Polenta Nera (mit Sepia) und Muscheln in Tomaten-Chilisauce

2019 Domaine Arsac Argance, Chardonnay, Ardèche (Holz)

HINTER DEM WEISSEN VORHANG von INÉS LAUBER

Rosa gebackene Lammkeule in orientalischen Gewürzen
mit Rosinen und Honig, verschiedene Gemüse mit Zitrone und Honig,
Couscous mit Mandeln

2012 Orphée, Domaine Courbissac, Minervois

SUER GAZ – ZAGREUS

Reispudding mit Zimt – Birne aus dem Gewürzfond mit Rosenwasser

SUER GAZ-ZAGREUS

JOFROI AMARAL (B)
MAURICE DOHERTY (IRL)
PIERRE GRANOUX (F)
JULIEN GRENIER (F)
HENRIK STRÖMBERG (S)

28 / 08 / 2013 bis 21 / 11 / 2013

Eröffnung mit DJ Filet de Soul

suez

„Suer“ ist das französische Wort für schwitzen, „gaz“ bedeutet Gas. Bringt man diese beiden Worte ,
die gemeinsam ein Palindrom zu ZAGREUS bilden, in Zusammenhang mit dem Akt des Kochens,
so wird daraus „anschwitzen“ und „Gasherd“. Im Amerikanischen bedeutet “Gas” Benzin, auf Französisch
wiederum “essence” genannt, was an den deutschen Begriff “Essenz” erinnert: Kochen und Essen als sich
immer wiederholendes Ritual der Reduktion und der Transformation.

Pierre Granoux gestaltet die Ausstellung SUER GAZ-ZAGREUS in seiner Doppelrolle als Künstler und Kurator.
Einerseits legt er eine Installation von 2002 unter dem Titel „Recettes – Reset“ neu auf, anderseits lädt er Künstler
seines Kunstraums LAGE EGAL ein, mit ihm auszustellen: Jofroi Amaral, Maurice Doherty, Julien Grenier und
Henrik Strömberg. Entscheidend bei der Auswahl der Künstler – und der Kunstwerke – sind deren Bezüge auf Esskultur
im weitesten Sinne. So wie man beim Essen ungern alleine bleibt, war die Gemeinschaftsausstellung mit Künstler-Freunden
für Granoux ein wichtiges Anliegen.

Den Ausgangspunkt seiner Installation bildet eine Sammlung von Postkarten mit Küchenrezepten aus Frankreich,
die er den Sommer über von Freunden und Bekannten zugeschickt bekommen hat. Mit diesen Rezepten aus der
Heimat wird er den Galeristen und Kochkünstler Ulrich Krauss herausfordern, der wöchentlich aus dem Fundus der
Rezeptkarten ein MENÜ Á LA CARTE POSTALE in vier Gängen entwickelt.

suez2

Die Arbeiten von Julien Grenier erinnern an geschichtete Nahrungsmittel, an Überreste einer farbenfröhlichen Ess-(Un)kultur.
Die Pastellzeichnungen sind Teil einer unendlichen Serie, die der Künstler täglich zu Beginn seiner Atelierarbeit anfertigt, eine
Art Auflockerungsübung, wobei er sich von Essensresten in seinem Atelier oder aber von Erinnerungen an eingenommene
Mahlzeiten inspirieren lässt.

Jofroi Amaral zeigt die detaillierte Abbildung eines Haufens menschlicher linker Oberschenkelknochen. Handelt es sich um
die perfide, systematische Sammlung eines Kannibalen oder um ein vergessenes Lager von Industrie-Einzelteilen? Sind
Knochen nicht die Vorläufer unserer Werkzeuge und Waffen?

Die schwarz-weiß Negativ-Fotografien von Henrik Strömberg zeigen schillernde, silbrig glänzende Objekte, die an Trophäen
und Kelche erinnern und von denen sich schwer sagen läßt, woher sie stammen und wozu sie dienen, wie Ausstellungsstücke
eines historischen Museums, Überbleibsel geheimnisvoller Rituale aus einer längst vergangenen Kultur.

Das Warten erhöht die Vorfreude auf das Essen, der Aperitif zögert die Essenszeit heraus, öffnet den Appetit und Pausen
zwischen den einzelnen Gängen laden zum angeregten Gespräch ein. In der Videoarbeit von Maurice Doherty wird das
Warten auf die Kellnerin jedoch über das Erträgliche hinaus verlängert und die Geduld des Zuschauers auf die Probe gestellt…
[DG/PG]