RECONNAISSANCE DER LIPPENBLÜTLER

RECONNAISSANCE DER LIPPENBLÜTLER. Malerei und Installation von Eva Schwab in der Zagreus Koch Kunst Galerie.

Malerei und Installation von Eva Schwab

11 / 04 / 26 bis 07 / 06 / 26

Die Ausstellung „Reconnaissance der Lippenblütler“ untersucht die Wiedererkennbarkeit der Lippe als Zeichen von Herkunft, Macht und Schönheit. Von der „Habsburger Lippe“ als höfischem Merkmal führt die Spur in die Gegenwart – zum invasiven Lippen-Booster, zur digitalen Vereinheitlichung von Gesichtern und zur Sehnsucht nach Individualität in einer Welt standardisierter Schönheit. Wie bei den Blüten der Lippenblütler, deren markante Unterlippe Insekten als Landebahn dient, entfaltet sich ein Spiel von Verführung, Mimikry und Funktion.

Zwischen Genetik und Inszenierung, Porträt und Selfie-Kultur entsteht ein Raum der Wiedererkennung, in dem Familienähnlichkeit, digitale Gesichtserkennung und Selbstinszenierung ineinandergreifen: zwischen Rudolf und Rosmarin, Karl und Salbei, Margarethe und Melisse.

Leopold. RECONNAISSANCE DER LIPPENBLÜTLER. Malerei und Installation von Eva Schwab in der Zagreus Koch Kunst Galerie.
Leopold, Enkaustik, Tusche, Öl auf Nessel

Eva Schwabs Installation vereint Wandtucharbeiten, Keramiken, und Enkaustikmalerei zu einer multisensorischen, interaktiven Performance. Das Menü „Gelockte Knödel“ von Ulrich Krauss ergänzt die sinnliche Erfahrung: eine kulinarische Allegorie, die habsburgische Rezepte mit Lippenblütler-Aromen verbindet, eine multisensorisch Erkundung der Lippe zwischen Kunst, Küche und Kultur.

Studio Eva Schwab

RECONNAISSANCE DER LIPPENBLÜTLER. Malerei und Installation von Eva Schwab in der Zagreus Koch Kunst Galerie.
 

Zur Ausstellung servieren wir das Menü

 

LOCKIGE KNÖDEL
und die kaiserliche Küche der Habsburger

Basilikum – Thymian – Rosmarin – Oregano – Salbei – Minze – Lavendel – Majoran

Rindssuppe und Frittaten mit Lippenblütler
Vegetarisch: Gemüseconsommée mit Frittaten
2023 Domaine Arsac Viognier Les Amandiers

Gedämpfte Lachsforelle mit rosa Spargel und Lavendelsauce
Vegetarisch: Rote Bete mit Walnussöl, rosa Spargel und Lavendelsauce
2021 „Ninte de Ninte“ Bianchetta Genovese, Ligurien, biodynamisch

Perlhuhn nach Art von Halbthurn
mit Safran, Ingwer, Kreuzkümmel, Koriander und Zimt
Knödelfüllung mit Lippenblütler und Pommes Duchesse
Vegetarisch: Blanc Manger mit gebackenem Sellerie und Mandelsauce
2020 Rasteau, Domaine de Verquière, Rhône

Erdbeer-Champagner-Suppe
mit Ananas und Vanilleparfait

 

TOPOGRAPHIE

TOPOGRAPHIE Teller und Malerei von Zuzanna Skiba in der Zagreus Koch Kunst Galerie

Teller und Malerei von Zuzanna Skiba

06 / 06 / 25 bis 26 / 07 / 25

Zuzanna Skiba arbeitet an einem Werkkomplex, welcher auf Erinnerungen, wie auch auf konkreten Erlebnissen basiert.
Oft entstehen serielle Arbeiten und sind Beispiele für mentale Kartographie. Es sind innere wie äussere Landschaften, die sich ständig verändern können. So betrachtet sie die Welt mit all ihren topographischen, politischen und persönlichen Informationen.

In den Arbeitsserien wird eine kombinierte Sicht aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt: von oben, aus dem Mittendrin, oder von unten. Es entsteht eine mentale Landschaft mit der Faszination des endlosen Kreislaufes.
Für das Zagreus Projekt hat Zuzanna Skiba eine Serie mit Keramik Tellern erstellt, die eine Topographie auch als Träger für Essen darstellt. Die einzelnen Nahrungsmittel und Gerichte werden entsprechend der Vorgabe auf dem Teller aufgetragen und ergeben eine essbare Landschaft.

TOPOGRAPHIE 1/20, 2025
Ton modelliert & Glasur | Durchmesser ca. 36 cm

 

Zur Ausstellung servieren wir das Menu „Foodpainting“

Hummus mit Knoblauch und Kreuzkümmel
Rote Zwiebel Marmelade mit Sternanis
Auberginenmus mit Orange und Kreuzkümmel
Labneh mit Olivenöl und Zitrone
Jalapeños mit Zimt und Orange
Tapenade mit grünen Oliven, Sardellen, Knoblauch
Geröstetes Lammhack und Walnuss, gerösteter Sesam

2023 Domaine Arsac , Viognier Les Amandiers, Ardèche

„Schichtung“

Polenta mit Parmesan
Indonesische Erdnusssauce
Kalbssteak
Eingelegte Zwiebeln mit Salz und Apfelessig
Salat
Pesto
Doradenfilet
Austernsauce
Gebratene Garnele
Sauce Choron

2023 Domaine 4 Vents, Pichounette, nördliche Rhône

Zitronen-Fichtensprossen Granitée
Erdbeeren und Heidelbeeren mit Cassis
Aprikosensauce mit Vanille

2021 Hubert Lay, Grauburgunder Auslese SL, Kaiserstuhl

am rande der nacht

am rande der nacht
Bilder von Sador Weinsčlucker

04 / 12 / 24 bis 08 /02 / 25

Martin Oswald über die Stillleben von Sador Weinsčlucker

Wer zunächst nur auf das Licht der Bilder achtet, der könnte glauben, der Künstler entführe uns in eine andere Zeit: Barock mutet diese Dunkelmalerei an, aus der heraus die Dinge leuchten, die Sador Weinsčlucker in seinen Stillleben in Szene setzt. Manches deutet auf Aspekte der Vergänglichkeit: Doch der Künstler begnügt sich nicht mit zerbrochenen Schalen, zerborstenen Tellern oder umgekippten Gläsern wie wir sie von den Vanitasbildern der Niederländer her kennen. Da gesellen sich unter dem Titel „bleib noch“ acht Dachdeckernägel zu einem Vorschlaghammer, da liegt eine gerade abgelegte Gabel verloren auf einem Buch zwischen Früchten und allerhand Flaschen, da herrscht Unordnung auf einem Küchenzubereitungstisch, ganz so, als ob da einer bewusst ein Chaos hinterlassen wollte. Der Titel „mal wieder da“ könnte genauso gut auf einem kleinen Zettel stehen, der dort hinterlassen wurde.

Was uns Sador Weinsčlucker vorführt, sind offene Geschichten, herausgerissen aus einer Erzählung, die wir nicht kennen. Sie gleichen Filmstills, getaucht in ein verklärtes gespenstisches Licht, das uns animiert, zu spekulieren über das, was war, was kommen wird, kurzum, über uns und unsere unruhige, brüchige Welt. Tatsächlich ist der Ausstellungstitel dem eines berührenden französischen Films von Claude Berri entlehnt: Da bricht in einer einzigen Nacht viel auf, Vergangenes wird erinnert und schleicht sich ins gegenwärtige Leben der Protagonisten ein. Berührend sind auch die Bilder Sador Weinsčluckers: Sie lassen uns über die sinnliche Anrührung mittels der dargestellten Objekte, ihres fruchtigen oder herben Geschmacks, ihrer scharfen Kanten und Spitzen das Gesehene fast körperlich spüren, lassen uns Eintauchen ins Geschehen, das vorangegangene oder jenes, das womöglich gleich folgt. Es sind stille Bilder, die uns bewegen.

Martin Oswald ist Autor und Künstler. Im Frühjahr 2025 erscheint im Kröner Verlag sein
Roman „Kafka hat am Sonntag geschlossen. Beobachtungen eines Flaneurs“.

Zur Ausstellung am rande der nacht

servieren wir das Menü Singspiel

Zarzuela de Mariscos
(Operette der Meeresfrüchte)

Wolfsbarsch, Langostinos, Garnelen, Muscheln
In einer Sauce aus Tomaten, Mandeln, Safran, Weisswein, Zitrone und Brandy

2020 Signature Muskateller, Weingut Seitz, Nahe

Cocido Madrileño
(Eintopf, aber alles wird extra serviert)

Kichererbsen, Kartoffeln, Griessnocken, Karotten, Rüben, Bohnen, Weisskohl,
Kalbshaxe, Markknochen, Chorizo, Wildente (Die Zutaten können variieren)

2023 La petit Commanderie „le reveille matin“ Languedoc

Fruchtplatte mit Datteln, Granatapfel, Orangen, Birnen, Quitten und Trauben
Crema Catalan

FRÜCHTE DER VOLLENDETEN ZIVILISATION

Bilder von Peter Boué

25 / 10 / 24 bis 30 / 11 / 24

In den immer schwarzweiß gezeichneten Landschaften, die genauer genommen weitgehend eher Fragmente oder Anmutungen landschaftlicher und urbaner Phänomene sind, scheint die Differenz zwischen Natur und Kultur aufgehoben: in einer Vieldeutigkeit, die jedem Versuch der Dingfestmachung trotzt und eine eindeutige Auflösung verweigert. Ihr Helldunkel körniger Schwarz-Weiß- Schattierungen stellt uns oft genug vor Rätsel. Als eine Art Vorform erwächst es aus dem Urgrund einer Natur vor dem Einbruch der menschlichen Kultur. Anderes aber geht aus genau dieser von Menschen gemachten Kultur hervor.

So zeichnet sich darin die zyklische Energie des Lebens und der sich immer wieder erneuernden Natur ab, die im Dunklen das Helle und im Vergangenen das Kommende in sich trägt. Natur ist auch Nahrung, bietet Schutz und Möglichkeiten bei aller Unbehaustheit. Es werden in den Zeichnungen Natur- und Kulturgeschehen als ineinander verzahnte Phänomene sichtbar gemacht – wie auf einer Bühne, auf der sie, der barocken Vanitas-Symbolik nahe, Vergänglichkeit und Überdauern beleuchtet.

Natur und Kultur sind auch die beiden Elemente aus denen die Kochkunst besteht. Beide sind ewig im Wandel und die vergangenen Zeiten durchdringen das Jetzt! in der Wahrnehmung, der Analyse und der Zubereitung.

Zur Ausstellung servieren wir das Menü
Textur – Metamorphosen

Zum Empfang

Casa Geller brut Spumante, Venetien

Endiviensalat mit Kartoffeldressing und Ei,
Sepia in der eigenen Tinte geschmort mit Anis und Wacholder
Vegetarisch anstatt Sepia gebratene Schwarzwurzel im Gewürzmantel

2020 Kreuznacher Paradies Riesling, Weingut Steitz, Nahe

Gefüllter und überbackener Spaghettikürbis mit Safran, Parmesan und Creme Fraîche,
fermentierter Treviso und Chicorée mit Ahornsirup, Apfel und Chili

2013 Riesling Fasslagerung, Alexander Heer, Rheingau

Polenta mit Schalotten , Knoblauch und Parmesan,
Hirschgragoût mit Rotwein, verschiedenen Pilzen und rote Zwiebelmarmelade, Preiselbeeren
Vegetarisch anstatt Hirsch geschmorte Wurzeln in Rotwein mit Pilzen und rote Zwiebelmarmelade

2022 Unplugged Spätburgunder, Weinhaus Kreuzberg, Ahr

Teurgoule aus der Normandie (gebackener Reisauflauf mit Zimt und Vanille)
Fermentierte Honigsauce mit Holundersirup

MORGENDÄMMERUNG

Malerei und Installation von Junko Wada

23 / 08 / 24 bis 20 / 10 / 24

Mit Tanzperformance Eos von Junko Wada
Musik von Hans Peter Kuhn

Alles begann damit, dass ich im Februar letzten Jahres das Buch „Der brennende grüne Baum – Vacillation (Unschlüssigkeit)“von Kenzaburo Oe aus dem Bücherregal holte. Es handelt von Ereignissen in seinem Heimatwald. Kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, kam die Nachricht, dass Oe verstorben war und mir kam es so vor, als sei seine Seele vor seinem Tod um die ganze Welt gereist und hat u.a. mich beeinflusst, sein Buch endlich zulesen.

In all seinen Büchern bezieht er sich auf Dantes „Die Göttliche Komödie“ und ich sah mich veranlasst, auch dieses berühmte Buch zu lesen. Dabei fiel mir auf, dass das Buch ohne Kenntnisse der griechischen und römischen Mythologie schwer zu lesen war, so dass ich die Bücher, die ich zu den Mythologien zur Hand hatte, erneut lesen musste. Ich war fasziniert von den einzigartigen Charakteren und Geschichten der Götter und Helden und habe im letzten Jahr viel Zeit in der antiken Welt Europas verbracht.

Als ich im Februar dieses Jahres den Raum für die Ausstellung im Zagreus besichtigte, kam mir die Idee von kleinformatigen Werken, die in Form eines Frieses über die Wände gehen. Es war eine natürliche Entwicklung, entstanden aus den architektonischen Gegebenheiten, aber gleichzeitig wurde ich durch die Beschäftigung mit den antiken Mythologien inspiriert, mich mit Portraits und Geschichten von griechischen und römischen Göttern und Helden zu befassen und sie zum Thema der Bilder zu machen.

Nachdem ich viele dieser kleinen Werke vollendet hatte, wählte ich einen der Götter für die letzte Wand aus und malte ihn großformatig. Ich war überrascht, dass der von mir gewählte Gott Dionysos derselbe Gott ist wie Zagreus.

Zagreus bedeutet „der unterirdische Jäger“ und in seinem Entstehungsmythos wird er von den Titanen zerstückelt, gekocht und gefressen. Danach ist er in der Unterwelt und wird dann als Dionysos wiedergeboren.

www.junkowada.de / instagram: thisisjunkwada

Dazu servieren wir das Menü

GÖTTERSPEISEN
Ein Menü aus der Verbindung von japanischen und griechischen Speisen

Unagi Bento

Geschmorter Aal in Sojasauce, Sake, Mirin und Sesam
Kritaraki mit fermentierter Tomate, Parmesan und Ei
Vegetarisch: anstatt Aal geschmorte Aubergine mit Sojasauce, Sake und Mirin

2017 Rkatsiteli Qvevri Corporation Kindzmarauli, Georgien

Tempura und Tzatziki

Tempura mit Gemüsen, Sesamblätter und Shrimp,
Joghurt mit Gurke und Knoblauch, Wasabicreme mit Orange und Limone

2018 Familie Hugel, Pinot Blanc Classic, Elsass

Prometheus + Dionysos

Pochierter Rinderrücken in Rotwein und Gewürze, Kombu mit Gelee,
Sushireis mit Weinblätter, geschmorte Zwiebel in Honig
Vegetarisch: anstatt Fleisch Rote Bete in Rotwein und Gewürze

2020 Domaine Arsac Messis Ultima, Ardèche

Mastixparfait, Trauben mit Olivenöl und Meersalz, Quittenbrot

2021 Mandelbaum Riesling Auslese, Weingut Steitz, Nahe

GO CHASING RABBITS

GO CHASING RABBITS

Malerei und Installation von Birgit Fechner
und Texte von Christiane Radeke

13 / 06 / 24 bis 18 / 08 / 24

Der Song „White Rabbit“ von Jefferson Airplane von 1967 ist Ausgangspunkt der Ideensammlung für die raumgreifende Installation mit gestisch, abstrahierter Malerei, Textfragmenten und Mixed-Media Collagen aus Papier, Holz und Porzellan. Der Song aus der Flower-Power Ära bezieht sich auf Drogen, vor allem aber ist er eine Hommage an Alice im Wunderland. „Go Chasing Rabbits“ ist eine Liedzeile daraus. Die kleine Alice läuft dem weißen Hasen hinterher, sie weiß eigentlich nicht warum, aber der Wunsch eine Reise ins Unbekannte anzutreten ist stärker als die Angst davor. Der Titel steht für Sehnsucht nach Leben, Buntheit und Schönheit, assoziativ, frei und subjektiv.

www.birgit-fechner.de
„Meine Kunst ist immer eine Art Weg, eine Suche, etwas Prozeßhaftes, ein chasing rabbits.“

Menü Kräftespiel

zum Empfang:

2022 Tre Dame IGT Rosato, Cà de Noci, Emilia Romagna

auf HOLZ

Lauwarmer Kalbskopf mit Kräutern
Blätter, Kräuter, Blüten und Sprossen
Rosa Zwiebeln
Joghurt Dressing
Belugalinsen
Heucreme

Vegetarisch: anstatt Kalbskopf gebackener Sellerie mit Miso und Sesam

2020 Maximum Weisser Burgunder, Weingut Mindnich, Nahe

auf KERAMIK

Geschmorte Ochsenbacken mit Hagebutte und Rotwein
Pasta mit Parmesan und Klöße mit Safran
Blumenkohl mit Tannenspitzenöl
Rote Bete mit Balsamico und Kürbiskernöl
Pilze mit Schalotten

Vegetarisch: Anstatt Ochsenbacken geschmorte Karotten mit Rotwein und Hagebutte

2021 „Orcio Più“ Granaccia , Daniele Parma, Ligurien

auf GLAS

Johannisbeereis
Ahorneis
Birne
Cassis
Holunder
Rosenblüten

2021 Mandelbaum Riesling Auslese, Weingut Steitz, Nahe

MALEREI

von Guisun Jang

03 / 02 / 24 bis 07 / 04 / 24

Gelassenheit und Zeit sind für mich wichtige Elemente beim Malen.
Die Momente der Freude, zum Beispiel beim Betrachten eines Sonnenstrahls,
von Wolken oder Knospen, die sich nach und nach in neuen Farben äußern.

Guisun Jang hat eigentlich Bildhauerei studiert, aber danach sich vorwiegend mit Malerei beschäftigt.
Die Bilder werden über die Jahre immer wieder in Schichten übermalt, zum Teil mit komplett neuen Motiven
und Techniken, so dass die überlagernden Strukturen der Pinselstriche aus einer Kombination aus eher farblosen Punkten und starken Farben, eine Räumlichkeit entstehen lassen, die wie bei einem Relief, vom zweidimensionalen ins dreidimensionale gehen und den Bildern Tiefe und Rhythmus geben.
Von der Linie zur Fläche zum Punkt gibt es seit 1995 bis heute eine stetige Entwicklung, die immer auch eine Wandlung von bewussten und unbewussten Prozessen sind, ein Dialog von Natur und Geist. Ausgehend von Motiven der realen Welt, werden sie immer mehr in ein Linien und Punktgeflecht aufgelöst, um hinter der wahrnehmbaren Realität die universelle Harmonie der Welt zu zeigen.

Ihre Vorbilder sind die koreanischen Künstler Kim Hong Do (1745 – 1806) und Kang Se-hwang (1713 – 1791)
und in Europa Van Gogh (1853 – 1890) und Hilma af Klint (1862 – 1944)

 

Zur Ausstellung servieren wir das Menu Fermentation und Zeit

Kimchi Suppe

Süsskartoffel, smoky fish sauce, Shiitake Pilze, Iberico mit hellem Miso
Vegetarisch: anstatt Iberico geräucherterTofu
2018 Malvasia Dva Duby 16 Mon. mittlere Eichenfässer, Tschechien

Punkt und Fleck

Lacto fermentierter Rotkohl, Muscheln in Tomatensauce,
fermentierte Steinpilze, Rettich Kimchi,
Rucolaöl, schwarzer Sesam und Meerrettich
Vegetarisch: anstatt Muscheln Rote Bete
2016 Domaine Arsac Argente, Chradonnay, Ardèche

Sauerkraut

Fasskraut mit Apfelmost und fermentierter Butter,
Kartoffelpüree mit fermentierter Molke,
gebratener Wolfsbarsch mit Shiro Miso und Sesam
geräuchertes Paprikaöl
Vegetarisch: anstatt Wolfsbarsch gebackener Sellerie
2012 Kioupi Amphore Pinot Noir, Alexander Heer, Rheingau

Lacto-Honig

Eis mit Lacto Honig, Mango und Chili,
Misosahne, aufgeschlagene Aprikosensauce
und eingelegte Pinienkerne
Chapourette de Clairette, Muskat, Rhône

ONE MORE TIME

ONE MORE TIME

Skulpturen Gabrielle Rossmer
Film Luther Price
Malerei Sonya Gropman

05 / 03 / 20 bis 14 / 04 / 20

Die Ausstellung arbeitet mit Haushaltsgegenständen die mit Kochen und Essen zu tun haben sowie Zeit, Ort und Bedeutung in sich gespeichert haben. Gegenwart und Vergangenheit, Deutschland und die USA, menschliche Erfahrungen mit Nahrung, Verlust, Heimat, Emigration und erneute Verwurzelung und Erholung.

Sie bezieht sich auf das Heute, wie es aus dem Vergangenen entstanden ist, das Annehmen der Geschichte als Teil unserer Gegenwart.

Als die Familie Rossmer 1939 mit ihrer einjährigen Tochter Gabrielle aus Nazideutschland flohen, nahmen sie alle Möbel, Küchenutensilien und Wäsche in einer grossen Kiste mit nach New York City. Fast alles hat bis heute überlebt und ist immer noch im Gebrauch der Familie.

Ironischerweise mussten Juden während des NS Regimes eine Steuer auf alle Haushaltsgegenstände bezahlen, die sie mitnehmen wollten, mit dem Ziel jüdisches Leben in Deutschland auszumerzen, doch führten diese Gegenstände in ihrer Familie zu einer fortwährenden Verbindung zu dem früheren Leben in Deutschland.

Alle drei Künstler der Ausstellung erleben und untersuchen diese Gegenstände aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Malerei von Sonya Gropman aus heutiger Sicht, Luther Price arbeitet mit Archiv-Filmmaterial und Gabrielle Rossmer reflektiert ihre eigene Geschichte.

Gabrielle Rossmer und ihre Tochter Sonya Gropmann haben zusammen „The German-Jewish Cookbook: Recipes & History of a Cuisine“ geschrieben und 2017 bei Brandeis University Press veröffentlicht. Es beschäftigt sich mit der fast verschwundenen Tradition deutscher Juden und versucht diese zu bewahren. Die meisten Überlebenden der 30 er Jahre sind mit der Kultur
der Länder verschmolzen in die sie emigrierten.

Die Küche ist der Ort in dem die Deutsch-Jüdische Kultur am Besten bewahrt ist, da viele Rezepte der Mütter, Grossmütter und Urgrossmütter erhalten sind, wie Rezepte für das Passah Fest ohne gesäuertes Brot, das Lichterfest mit meist in Fett gebackenen Speisen, oder die Schabbat Brote (Berches).

Gabrielle Rossmer ist Bildhauerin. 1991 entwickelte sie eine Multimedia-Installation mit dem Titel „In Search of the Lost Object“ die sich mit der Geschichte der Familie auseinandersetzt, sowie der späteren Emigration in die USA. Diese Arbeit wurde in ihrem Geburtsort Bamberg und in der Cathedral of St. John the Devine in NYC ausgestellt, als Teil der Ausstellung „Witness and Legacy,
Contemporary Art about the Holocaust“. Mit der aktuellen Arbeit knüpft sie 18 Jahre später an diese Ausstellung an.
Alte Haushaltsgegenständen sind mit weissen Binden und Kleister abgeformt und beziehen sich auf diese vergangene Zeit. Gabrielle Rossmer lebt in Massachusetts, USA

Luther Price ist Experimentalfilmer dessen Werk weitläufig in den USA und Europa ausgestellt wurde. Unter anderem im Museum of Modern Art und der Whitney Biennale in NYC. 1991 hat er historisches Filmmaterial von Haushaltsgegenständen und Familienmitgliedern verarbeitet und daraus einen 15 minütigen Film mit dem gleichen Titel „In search of the lost Object“ zusammengestellt, zu dem er sagt, dass die Objekte zu ihm sprachen, lebendig und voller Bedeutung wurden. Luther Price lebt in Boston, USA

Sonja Gropmann ist bildende Künstlerin und Autorin von Texten die in Zusammenhang mit Nahrung und Kochen stehen.
Die in starken Farben direkt auf die Wand gemalten Silhouetten und Ornamente reflektieren ihre Arbeit in der Küche. Die Motive wiederholen sich und bilden ein Muster das zwischen Vergangenheit und Gegenwart schwankt. Sonya Gropman lebt in NYC

www.germanjewishcuisine.com

 

das Idyll ist trügerisch

zagreus galerie koch kunst catering

das Idyll ist trügerisch

Armin Bremicker
Patrick Huber
Christoph Scheurle

15 / 05 / 19 bis 30 / 06 / 19

Die Ausstellung „das idyll ist trügerisch“ zeigt ein Zusammenspiel von Armin Bremicker, Patrick Huber und Christoph Scheurle. Patrick Huber entwickelt eine raumgreifende, ornamentale Zeichnung, die direkt auf Wand und Boden der Galerie aufgebracht ist.

Auf diese vorgegebene Struktur hängt Armin Bremicker kleine Malereien, die auf ihre erzählerische Weise subversiv – oder gar hinterhältig – daherkommen. Den Bildern zugeordnet ist ein fortlaufendes Textband von Christoph Scheurle, das den Raum um eine literarische Dimension erweitert.

zagreus galerie koch kunst catering
Armin Bremicker

Das Menü mit dem Titel Muzagreus galerie koch kunst catering, japanisch für abwesend, leer, nichts und die Antwort des Meisters auf die Frage des Schülers: hat ein Hund Buddha Natur ?, ist wie ein reset, ein zurück zum Anfang, da sich alles im Universum in Wandlung und wechselseitiger Abhängigkeit befindet.

Das Menü ist eine lose Zusammenstellung von Gerichten mit dualistischen Elementen die sich ergänzen, oder auch feindlich gegenüber stehen, aber mitunter durch ein drittes zu einer Symbiose zusammengeführt werden.

Salat Ei
Honig-Zitronen Dressing

Fisch Spargel
Sauce Mousseline

Tripes á la mode de Caen
Brot

Linsen Spätzle
Pinot Noir Sauce

Perlhuhn Spitzkohl
Traubensauce

Früchte Joghurt
Vanillesauce

VIER SCHINKEN

Axel Geis Fritz Bornstück Lennart Grau Sador Weinsčlucker zagreus galerie koch kunst catering

VIER SCHINKEN

von und mit

Fritz Bornstück
Axel Geis
Lennart Grau
Sador Weinsčlucker

eingeladen von Peter Ungeheuer

29 / 11 / 18 bis 03 / 02 / 19

Festgehalten auf der Leinwand sind Stillleben als Kompositionen mehr oder weniger lebloser Dinge sicherlich eine der wichtigsten Spielarten figurativer Malerei bis in die Gegenwart. Im niederländisch-deutsch-englischen Sprachgebrauch mit dem Wort „Leben“ verbunden, im französisch-italienischen mit dem Tod. Beides gehört untrennbar zusammen, weckt jedoch denkbar unterschiedliche Assoziationen. Die ausgewählten Positionen sollen beispielhaft für vier komplementäre Herangehensweisen an zeitgenössische Stilllebenmalerei stehen.

Sador Weinsčlucker zagreus galerie koch kunst catering
Sador Weinsčlucker

Lennart Graus Arbeit „Der hohle Zahn“ verweist in Bildaufbau und -thematik auf die klassischen Vorbilder. Ein Paar Stoßzähne und ein (doch nur schlafender?) Widder sowie die ihm eigene Farbigkeit und Technik transportieren das Bild eindeutig in unsere Gegenwart. Sador Weinsčlucker malt hingegen im klassischen Sinne nicht repräsentativ. Der Schinken versteckt sich eher im Hintergrund des Küchentischs, das Geschirr hat bereits einige Macken, dazu Flaschen, Gläser und Messer im Überfluss – der Künstler spielt in seiner Arbeit „dann sind wir hier“ mit der Bildsymbolik der Natura Morta. Man fragt sich, wie sich das Quietscheentchen mit Nikolausmütze ins Bild verirrt hat. Und andererseits wirkt es doch selbstverständlich. Auch Fritz Bornstück holt sich für seine Arbeit „Charade (Nevermind Big Edd)“ Inspiration im holländischen goldenen Zeitalter des 17. Jahrhunderts. Sein „Bankettstück“ stammt aber unverkennbar aus unserer (Berliner) Zeit, es protzt nicht mit Geschirr und Tafelsilber. Der durchaus lebhafte Protagonist hinterlässt seine Spuren im Nachtleben und die Bierdose ist hier und heute das Äquivalent der Zinnkanne.

Fritz Bornstück zagreus galerie koch kunst catering
Fritz Bornstück

„Antragende“ von Axel Geis schließlich stellt uns gleich vor mehrere Rätsel. Eine Kellnerin im auffällig schicken Kostüm serviert uns zwei Clochen, die einerseits die Temperatur halten, andererseits vor ungeduldigen Blicken schützen sollen. Die Dame ist ebenso schwer einer Zeit zuzuordnen, wie der Künstler es uns überlässt, zu überlegen, was der Koch angerichtet hat.

Lennart Grau zagreus galerie koch kunst catering
Lennart Grau

Mário de Andrade (1893 – 1945) beendet das ihm zugeschriebene Gedicht „Meine Seele ist in Eile“ mit den Worten: „Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eines hast.“ Die vier Künstler schenken uns mit ihrem Blick auf (größtenteils) leblose Dinge auch eine jeweils eigene Perspektive auf die Freuden des Lebens. Das ist auch eines der verbindenden Elemente mit der Kochkunst von Ulrich Krauss, der zu jeder Arbeit einen passenden Gang für das Menü „Vier Teller“ konzipiert hat.

Axel Geis zagreus galerie koch kunst catering
Axel Geis

© Peter Ungeheuer, Oktober 2018

Menü VIER TELLER

Lennart Grau
Gebeiztes Lammkotelett und marinierter Spargel mit Orange und Zimt,
Püree von Rote Bete und Mousse von violetten Kartoffeln,
Blattsalate und Kräuter mit Zitronendressing,
Eingelegte gelbe und rote Paprika

Sador Weinsčlucker
Prager Schinken im Heu,
Petersiliensauce,
Entenrillette mit Apfel,
geschmorte rote Zwiebel mit Rotwein
Croûton

Vegetarisch:
Sellerie im Heu gegart,
Petersiliensauce,
eingelegte Linda Kartoffel mit Apfel
geschmorte rote Zwiebeln mit Rotwein
Croûton

Fritz Bornstück
Geräucherter Fasan im Wirsingblatt,
Fasanenjus mit Terva und Preiselbeeren,
Blaukraut mit Rauchsalz und Kümmel,
Grünkohl mit Rauchsalz, Piment d´Espelette und confierte Zitronenschale

Vegetarisch:
Waldpilze mit geräuchertem Paprika im Wirsingblatt
Portweinsauce mit Terva,
Blaukraut mit Rauchsalz und Kümmel,
Grünkohl mit Rauchsalz, Piment d`Espelette und confierte Zitronenschale

Axel Geis
Eisbombe
Schokoladenbisquit mit Cassis,
Parfait mit Crème de Cassis,
Parfait mit Rosenwasser und Honig,
Rosinen mit Rum und Karamell