DIE BENTOBOX IM LEBENSMITTELSORTIMENT

Bentobox Zagreus Koch Kunst Galerie Berlin

DIE BENTOBOX IM LEBENSMITTELSORTIMENT

Raumzeichnung von Werner Degreif
Objekte von Uwe Sennert

08 / 10 / 15 bis 21 / 11 / 15

Die Ausstellung DIE BENTO BOX IM LEBENSMITTELSORTIMENT zeigt die zweite Zusammenarbeit der beiden Künstler Uwe Sennert, Berlin, und Werner Degreif, Mannheim, dieses Mal zum Thema Essen bzw. Warenauslagen.

Während Uwe Sennert überdimensional große, meist mit Bauschaum, Tuch, Gips und Farben gearbeitete Objekte von Menüschachteln bzw. Bento Boxen aber auch von Waffeln präsentiert, erfindet Werner Degreif mit nur auf schwarze Linien reduzierten und direkt auf die Ausstellungswände gemalten, raumgreifenden Zeichnungen, die Hintergründe oder Bühnen hierfür.

Die Essensboxen werden so in den räumlichen Zusammenhang von verschiedenen Warensortimenten eines Super- oder Großhandelsmarktes gebracht. Zum Beispiel in Beziehung zu den scheinbar endlosen über und nebeneinander gestapelten Kisten unterschiedlicher Getränkemarken oder die Essensboxen tauchen in der Reihung mit unzähligen Warenschachteln in einer Tiefkühltruhe auf.

Das Einzelne tritt dabei in seiner endlosen Wiederholung in Konkurrenz zum immer Gleichen. Ein Nebeneinander von zwei- und dreidimensionaler Objekthaftigkeit, das einerseits durch das weite Netz der schwarzen Liniengeflechte, welche die unendliche Reihung von Warenhausartikeln beschreiben, erschaffen wird und andererseits durch die darauf platzierten dreidimensionalen Essenobjekte, die im scheinbaren Widerspruch zu ihrer Plastizität wegen der Betonung auf Kontur und Fläche, zweidimensional und zeichenhaft erscheinen.

Zagreus Koch Kunst Galerie

MENÜ

NACH DEM ESSEN INS HEIM

Griessklösschensuppe mit Hühnerbrühe, Gemüsen und Kräuter
Panierter und gebackener Zander im Zitronen-Weissweinsud eingelegt, grüner Salat mit Ei, Kartoffel-Gurkensalat und Rote Beete mit Honig
Rinderrouladen vom Salzwiesenrind mit Senf, Gurken und Speck, Rotweinsauce mit Steinpilzen, Kartoffelklöße und Rotkohl mit Apfel
Waffel Senn Cake mit Puderzucker, Parfait mit Kürbiskernöl, Sahne mit Cassis

 

Bitterlabor

Zagreus Koch Kunst Galerie

Bitterlabor

Eine Ausstellung von Markus Binner
zu einem beunruhigenden Geschmack

02 / 09 / 15 bis 30 / 09 / 15

Der bildende Künstler Markus Binner arbeitet schon seit einiger Zeit zu Bitter. Dabei beleuchtet er politische, ästhetische, kulinarische und gesundheitliche Aspekte von Essen. Sie sind eingeladen, auf einer Wandcollage in seinen Ergebnissen zu stöbern, zum gemeinsamen Kochen, zu einem Menu mit Bitternoten zum Essen zu kommen.

Bitter ist der verschwindende, weil weggezüchtete Geschmack. Wir lassen uns ein Fünftel unseres Geschmacks wegzüchten, indem unser Geschmack zur Ware wird. Bitter beeinflußt unseren Stoffwechsel und steht unmittelbar im Zusammenhang mit Fettleibigkeit und Diabetes.
Bitter ist der abgelehnte Geschmack, dessen Fehlen mehr und mehr Lebensmittel gleich schmecken läßt. Der Geschmack, den wir erst lernen müssen.

Bitter ist der Riss in der Verabredung darauf, dass Essen einfach gut schmecken muß.
Der widerständige Geschmack, der die Ausgeglichenheit bedroht – die Harmonie aufs Spiel setzt. Bitter thematisiert die Bedingungen des Schmeckens selbst, ist keine Frage unserer persönlichen Vorlieben, sondern die danach wie und was wir essen. Seit zwei Jahren beschäftigt sich Markus Binner vorallem mit Bitterem. Er kocht, verköstigt, hält Vorträge, gibt Workshops, macht ein Buch (erscheint 2016 im Textem Verlag).

In Wien, wo ein ganzes Stadtviertel dank Hauptbahnhofneubau gentrifiziert, eröffnet er ein Bitterbeisl – köstliche bittere Speisen für ein bitteres Gesprächsthema. Er entwickelt Menus für Restaurants, macht Werkstattessen, sammelt Rezepte und Lebensmittel.

Zagreus Koch Kunst Galerie Berlin

Menü mit Bitternoten

Endivie
Löwenzahn
Radicchio
Rauke
Grapefruit
Zitrone im Ganzen kandiert
Kardamom
Meerrettich
Bittermandelöl
Olivenöl

Schweinskopfsülze mit Lorbeersud
Ingwer
Hopfentee
Anis
Löwenzahn mit Balsamico

Lammschulter
Liebstöckel
Honig
Hirse
Artischocke
Möhre
Bittergurke mit Joghurt

Lakritzeis
Kakao
Schokolade 70%
Aprikose kandiert
Kaffee 

 

Ein Kochbuch für gefährdete Tiere

Zagreus Koch Kunst Galerie Berlin

Ein Kochbuch für gefährdete Tiere

Installation von Elizabeth Demaray und Hugo Bastidas
mit Vogelstimmen Performance

19 / 06 / 15 bis 28 / 08 / 15

Ein Kochbuch für gefährdete Tiere ist der Titel einer Serie von Ölgemälden auf Papier, die ausgestorbene Tiere, oder kurz vor dem Aussterben stehende Tiere darstellt und den historischen Rezepten, die wir Menschen entwickelt haben um sie zu kochen.

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Hintergrund dieser Serie des Malers Hugo Batistas und der Bildhauerin Elizabeth Demaray ist die Arbeit des Naturwissenschaftlers E.O.Wilson, der glaubt, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts die Hälfte aller Pflanzen und Tiere ausgestorben sind, die bis jetzt noch existieren, wenn unser gegenwärtiges Tempo der ökologischen Zerstörung anhält.

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Menü Totentanz:

Akkumulation
Falscher Hase | Blätter
Wurst | Salat
Straussenei | Kräuter
Knödel | Blüten

Memento Mori
Lamm | Fleisch | gekocht
Reh | Knochen | gebacken
Rind | Innereien | gegrillt

Trilobiden
Tonka Bohnen Sulz
Birnenmus
Mandelplatten
Schokolade

 

DivinaCommediaDellArtePovera

DivinaCommediaDellArtePovera

Installation von Martin Städeli

11 / 04 / 15 bis 07 / 06 / 15

… zusammenführen, verbinden, verschieben, verwischen, ordnen, formen, formulieren, hinweisen, ausschließen, erweitern, verwandeln, vermischen, variieren, finden, erfinden, benutzen, verengen, deuten, andeuten, verorten, verschwinden …

…zwitschern, flattern, beflügeln, versprechen, besprechen, zerknüllen, anknabbern, knirschen, knacken, knabbern, verstecken,
verschließen, verschlüsseln, knicken, klappern, krächzen, pfeifen …

Karte vorder

Das Konzept und Menü zur Ausstellung DivinaCommediaDellArtePovera ist in Gesprächen mit Martin Städeli entstanden, bei denen Punkte wie die folgenden aufgetaucht sind:
Referenzen, Ordnung der Dinge, Apfel-Orange, Automatisierung, Der Raum als Bühne, Pfeffer-Salz-Küche, Betriebsblindheit, Abendmahl, figurative Abstraktion, wer abschmeckt hat verloren, Anwesenheit-Abwesenheit …

Arte Povera
Älpler Makronen
Pasta, Kartoffeln, Zwiebeln, Bergkäse, Apfel

Commedia dell Arte
Arlecchino: Polenta, Tomate, Paesto
Brighella: Spargel, Lauch, Kräutervelouté
Pantalone: Lachsforelle, Paprikasauce, Garnelen, Sepiasauce
Dottore: Rind, Rotweinsauce, Weisse Rüschen, Beurre blanc

Divina Commedia
Inferno-Purgatorium
Maroneneis, Baiser, Vanillesahne, Früchte, Cassis, Karamell

 

KONSISTENZEN

ein transformatorisches Menü

10 / 02 / 2015 – 07 / 03 / 2015

Konsistenzen Zagreus

Essbare Materie – Nahrung – wird im Zubereitungsprozess unterschiedlichen Transformationen unterzogen. Chemische und physikalische Prozesse wandeln Festes in Flüssiges, Helles in Dunkles, Farbloses in Farbiges oder Hartes in Weiches. Das Menü zeigt nicht nur die Konsistenzveränderung des Essbaren, auch Gefäße, Tisch und Raum inszenieren Materialien als sinnliches Erlebnis und wandeln sich Gang für Gang. Die Menüfolge beinhaltet Feuer-Wasser, Sphären-Mix, Eggs-Surprise, Upcycling-Bentos und Farb-Momente. Verschiedene Zustände von Glas und Wasser werden ans Licht gebracht und die Extraktion von Essenzen begleitet den Abend.

Menü, Tafel und Raum wurden gestaltet von Studierenden der Weißensee Kunsthochschule Berlin aus den Fachgebieten Produktdesign und Textil- und Flächen-Design, betreut von Prof. Barabara Schmidt, Prof. Christiane Sauer und Ursula Wagner.

Die Realisierung wurde unterstützt von der KAHLA/ Thüringen Porzellan GmbH und der Farbglashütte Lauscha GmbH.

 

„HOMMAGE TO ANGEL KANCHEV“

Installation von Irena Eden & Stijn Lernout

06 / 09 / 14 bis 15 / 11 / 14

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Die verbindenden Elemente der Installation „Hommage to Angel Kanchev“ sind Versatzstücke, die als Referenzen zur transitorischen Wegstrecke zwischen der bulgarischen EU-Außengrenze und Westeuropa funktionieren. Die Architektur aus Stahlstangen bezieht sich auf die unzähligen Werbetafeln, die sich entlang der Straßenzüge befinden. Den Bildtafeln liegen aus Google Maps generierte digitale Pixelaufnahmen der Grenzregion rund um das bulgarische Strandscha Gebirge zugrunde. Das bunte, zusammengetragene Gedeck für die Tafel stammt aus den durchreisten Ländern Bulgarien, Serbien, Rumänien, Ungarn und Österreich.

Irena Eden und Stijn Lernout haben sich schon in vorausgegangenen Projekten und Installationen mit Themenfeldern wie Migration und Flucht in Zusammenhang mit den jeweiligen regionalen Gegebenheiten befasst. „Hommage to Angel Kanchev“ führt diese Beschäftigung weiter:

Als Reaktion auf die Meldung über die geplante Errichtung eines 30 km langen und 3 Meter hohen Grenzzauns zwischen Bulgarien und der Türkei, der die letzte „grünen Grenze“ im bulgarischen Strandscha Gebirge für illegale Migration unpassierbar machen soll – entsteht die Idee, von bulgarischem Boden aus in Richtung Westeuropa aufzubrechen. Es beginnt eine Reise, die sich zum Ziel gemacht hat, auf der Wegstrecke Geschirr und Gedeck für ein gastliches Mahl zu finden. Mit den mitgebrachten Schalen, Tellern, Platten und Gläsern wird nun in der Kochkunst Galerie Zagreus in Berlin ein von Ulrich Krauss zubereitetes Essen serviert.

www.eden-lernout.com

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Menü

Couscous auf sizilianische Art mit Mittelmeerfischen, Meeresfrüchten und Safran

Gerührte Polenta mit gefülltem Perlhuhn und Steinpilzen

Aprikosenreis mit Lamm Oliven Zitrone und Zimt (Nordafrika), Aubergine mit Walnüssen und
weisse Bohnen mit Knoblauch und Zitrone

Früchte, Datteln, Feigen, Pinienkerne und Zabaglione (mit Marsala)

 

AM BRUNNEN VOR DEM TORE

Installation und Performance von Bruno Nagel

vom 06 / 06 / 2014 bis 29 / 08 / 2014

Zagreus Bruno Nagel

Mit der Ausstellung AM BRUNNEN VOR DEM TORE umbaut Bruno Nagel den Brunnen im Hofgarten des Zagreus. Der Brunnen mit der Gravur 1914 wird dieses Jahr 100 Jahre alt und wir feiern.

Im Innenraum stellt er ein Objekt-Wort-Ensemble zusammen, das die Menüabende stimulierend begleitet.

Im weiteren Verlauf machte Bruno Nagel das Wasser zum Thema.
Durch Quellbegehungen im Schwäbischen und dem Abfüllen von Wasser an den Ausschüttungsorten, dass er wiederum als Verdünnung seiner Destillate zuführt.
DER KLARE KARL ist im Ausschank !

Zagreus Bruno Nagel

Zur Eröffnung gibt es ausserdem Gruibinger Brunnenbier naturtrüb und eine Suppe aus Brunnenkresse, die der Künstler an seinem derzeitigen Wohnort der Zachersmühle, an der dortigen hauseigenen Quelle gesammelt hat.

Bruno Nagel wird zum EröffnungsAbend mit Gesang und Wort den Wassergeist anrufen und AM BRUNNEN VOR DEM KURATOR singen.

ambrunnenvordemtore.blogspot.de
www.brunonagel.de

Muschelmädchen und Amorettenschmelze

Installation von Sonja Alhäuser vom 27 / 03 / 2014 bis 24 / 05 / 2014 Fasan940 Sonja Alhäuser präsentiert eine Inszenierung auf Tisch, Wand und Raum mit Skulpturen und Tafelaufsätzen aus Butter, Marzipan, Schokolade, Keramik, Metall und bukolischen Wandmalereien, die Handlungsanweisungen für die Gerichte und Zutaten des Menüs beschreiben. Ein erotisch sinnliches verweben von Figuren in Verbindung mit den Speisen, die in Anlehnung an Rezepten aus der Zeit der Renaissance und des Barock entstanden sind. Muschelmaedchen940 www.sonjaalhaeuser.de

Herr Ira Schneider kocht

Videoinstallation und internationale Küche von Ira Schneider (USA)

vom 07 / 02 / 14 bis 16 / 03 / 14

IraSchneider940

Ira Schneider experimentiert mit Fotografie seit 1952. Von 1962 bis Heute macht er experimentelle Filme und Videos. Geboren ist Ira Schneider in New York City und ist 1993 mit einem Fulbright Forschungsstipendium nach Berlin gekommen.

2006 ist Ira Schneider mit dem Hannah Hoech Preis für seine Videokunst ausgezeichnet worden. 2013 zeigt Schneider die Ausstellung „2000+13 Photographs“ bei der 13 Fotografien auf die Wände montiert sind und 2000 von einem Beamer auf die Wand projeziert wurden.

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Im Zagreus Projekt zeigt er eine Auswahl seines Schaffens mit den Medien Film, Video und Fotografie.
Unter anderem viele Reiseberichte aus der ganzen Welt, dokumentarisches, experimentelles, skurriles.

www.ira-schneider.com

 

Die Unterwanderung der Alpen – ein Weg ins Schlaraffenland

Multi media Installation von Lis Blunier

23 / 11 / 13 bis 02 / 02 / 14

2times

Der Alpenraum ist geschlossen und der Norden wird weiträumig überwacht.
 Man munkelt, dass es im Süden noch Freiheit gibt – ist es vielleicht das Schlaraffenland?
 Der einzige mögliche Weg dorthin zu kommen, ist die Unterwanderung der Alpen.
 In der Kochkunstgalerie Zagreus, einem unverdächtigen und bis jetzt geheim gehaltenen 
Ort mitten in Berlin, befindet sich der Eingang des Stollens.

alpen

In der Installation von Lis Blunier führt ein Stollen in die Tiefe eines Berges.
 Das Bild eines Alpenpanoramas mit strahlend blauem Himmel begleitet den Besucher unter Tage und wird zum Sehnsuchtsträger und Motor für einen Weg in die Freiheit. Dieses Bild wird in der Kochkunstgalerie zusammengeführt mit dem Phantasiebild des Schlaraffenlandes und dem Traum von irdischer Fülle und glücklich sein. ZAGREUS wird für einige Wochen zum “Freiland” in dem
 grenzenlos geträumt werden kann und in dem gemeinschaftliches Essen genussvoll zelebriert wird.

www.blunier.de